Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

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Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Redaktion » 11.01.2017, 13:32

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone ist der Meinung, nur eine Motoren-Neuregelung könnte für eine echte Veränderung und das Ende der Mercedes-Dominanz sorgen
Bernie Ecclestone

Bernie Ecclestone hat genug von den "grünen Motoren" in der Formel 1

Die Spannung vor der Formel-1-Saison 2017 steigt. Denn die große Frage lautet: Können die neuen Aerodynamik-Regeln das Feld wirklich so durcheinander bringen, dass die Spitzenpositionen abwechslungsreicher besetzt werden. Königsklassen-Boss Bernie Ecclestone glaubt nicht daran und sieht Mercedes schon wieder davon fahren. Er würde die Probleme in seinem Sport gerne an den Motoren-Hörner packen."Red Bull glaubt, dass sie Mercedes über die Aerodynamik schlagen können - da bin ich mir aber nicht so sicher", sagt er gegenüber Bild. "Mercedes hat noch immer einen großen Motorenvorteil. Deswegen müssen wir schnellstmöglich auch neue Motorenregeln einführen. Egal was für welche - das Wichtigste wäre, die Hybridmotoren loszuwerden."Das Wort des Vermarkters Ecclestone steht dabei gegen das der Regelmacher des Automobilweltverbands FIA. "Jean Todt denkt, sie gehören zum Zeitgeist", kritisiert er den FIA-Präsidenten, der hinter den modernen Motoren steht. "Das mag vielleicht für Straßenautos zutreffen, aber in der Formel 1 wollen die Leute etwas Besonderes sehen. Sie wollen laute und starke Motoren, die nur von den besten Fahrern der Welt gebändigt werden können. Man steckt auch nicht einen Profifußballer in orthopädische Schuhe, nur weil die im Alltag gerade populär sind." Zustimmung erhält er dabei von Top-Ingenieur Adrian Newey.

Inside GP Abu Dhabi: 2017er Regeln unter der Lupe

In der Saison 2017 werden die Formel-1-Boliden wieder breiter und damit aggressiver - und auch schneller. Die Änderungen & Nebenwirkungen im Überblick Weitere Formel-1-Videos

Seit Beginn der neuen Turbo-Ära 2014 dominiert Mercedes das Geschehen auf beinahe jeder Grand-Prix-Strecke und schnappt sich einen Titel nach dem anderen. Auch in der vergangen Saison wurde es nur dann richtig spannend, wenn sich Nico Rosberg und Lewis Hamilton wie in Barcelona gegenseitig rauskegelten, oder wie in Malaysia unter Problemen litten. Ecclestone zweifelt an einer Neuordnung 2017, da auch die Silberpfeile keine Aerodynamik-Nachzügler sind.Dem 86-Jährigen sind außerdem Probleme wie das Qualifying-Desaster Anfang 2016, das Hin-und-Her in der Funkverbots-Debatte oder die aufsehenerregende "Verstappen-Regel" ein Dorn im Auge: "Die Regeln sollten alle überarbeitet werden. Sie sind zu kompliziert. Wir sind ein Unterhaltungsgeschäft. Aber wie sollen wir die Zuschauer unterhalten, wenn sie nicht mehr durchblicken. Nicht einmal die Fahrer wissen noch, was sie auf der Strecke dürfen und was nicht. Manchmal denke ich, die Regeln sagen ihnen: Lasst das Rennfahren! Lasst sie sich doch ab und zu berühren, was soll's? Lasst die Fahrer das unter sich ausmachen."

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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon EffEll » 11.01.2017, 13:47

Ja, genau. Am besten mit Vergaser und jeder Fahrer muss die vorm Start selbst einstellen... :facepalm:
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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Motörhannes » 11.01.2017, 13:56

Redaktion hat geschrieben:"Jean Todt denkt, sie gehören zum Zeitgeist", kritisiert er den FIA-Präsidenten,
der hinter den modernen Motoren steht. "Das mag vielleicht für Straßenautos zutreffen,
aber in der Formel 1 wollen die Leute etwas Besonderes sehen.
Sie wollen laute und starke Motoren, die nur von den besten Fahrern der Welt gebändigt werden können.


Genau das ist der Punkt den ich auch sehe.
Die Formel 1 bzw. der Rennsport generell ist etwas besonderes was man im Straßenbild
halt nicht sieht und eben das fasziniert daran.
Mit Elektrounterstützung oder Turbo oder reiner Sauger darüber kann man reden.
Bei bisherigen Motoren kommt bei mir rein gar nichts rüber und das trotz ihres technischen Maßstabes.
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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Staind » 11.01.2017, 14:04

Komplett neue Motoren einzuführen wäre (finanziell und wirtschaftlich) eine Katastrophe... schon wieder Entwicklung(-skosten).

Ein V6-Turbo (mit Hybrid) kann so viel Spaß machen:

- Durchflussbegrenzungen aufheben,
- Maximalen Spritverbrauch pro Rennen aufheben,
- Tankstops wieder zulassen,
- ggfs. Drehzahlbegrenzung von 15t rpm aufheben

Bumm. Brachiale Motoren.

Jeder weiß wie viel Motoren und Komponenten man pro Saison hat, wer Leistung will, fährt auch mit Haltbarkeitsrisiko. Wie früher.

Meiner Meinung nach, müssen nicht alle in's Ziel kommen. Der Spagat zwischen Haltbarkeit und Leistung birgt auch Spannungsmomente.
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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Typ17 GTI » 11.01.2017, 14:07

EffEll hat geschrieben:Ja, genau. Am besten mit Vergaser und jeder Fahrer muss die vorm Start selbst einstellen... :facepalm:

Wenn dann Vergasern, am bessten so 6 Doppelvergaser. :mrgreen: Einstellen ist doch für einen aus der "alten Schule" kein Problem, ein bißchen Gefühl und das Kerzenbild dazu und das Ding summt wie eine Biene. :wink:

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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon kombi745 » 11.01.2017, 14:55

Fände ich nicht schlecht allerdings erst nachdem das normale Motor kontingent aufgebraucht wurde also nach dem 4 Motor. Kann ja vielleicht auch mit dem hybrid gekoppelt werden wäre jedenfalls eine herrausvorderung für die Ingenjöre.
auch 10 Grad minus kann warm sein.
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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon GAL » 11.01.2017, 15:32

Zumindest sollten die Motoren vom Fahrer ohne Unterstützung diverser Techniker am Fahrzeug oder in der Box gestartet werden können. Ist ja ein Unding wenn zig Ingenieure eine Checkliste abarbeiten um den Wagen dann nach 10 Min. zum Laufen zu bringen. Ob mit oder ohne Hybrid - das sollte der Fahrer ganz alleine können, so wie bei unseren Pkw's: Knöpfchen drücken und läuft, oder ggf Schlüssel umdrehen :D

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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Ronnie_Peterson » 11.01.2017, 15:46

Wenn Todt möchte, daß die F1 im "Trend" ist, dann sollte man sie gleich abschaffen.
Denn der "Trend" wird wohl oder übel mittel- langfristig zu Elektoautos gehen.
Da es schon die Formel E gibt, ist die F1 im Prinzip überflüssig.

Als Zuschauer möchte ich wieder mehr Spaß haben, die Fahrer ja auch.
Getreu dem Motto "was nicht verbaut ist, kann auch nicht defekt sein/Kosten verursachen"
könnte auf folgende Teile verzichtet werden:
- Direkteinspritzung
- Turbo
- Kompressor
- Hybrid

Mir schwebt da ein einfacher Saugmotor mit 3 Liter Hubraum vor, freie Wahl mit 6 - 12 Zylinder.
Solche Motoren wären günstig zu entwickeln und wären auch vom Preis her deutlich günstiger als das aktuelle Gelumpe.

Ein Motor für jedes Rennen! Danach Austausch oder Überholung erlaubt.
Der kann jeweils nach dem Q am Samstag eingebaut werden.
Die Funktionsprüfung findet dann beim morgendlichem Warmup (wie früher und bei Motorradrennen) am Sonntag statt, da kann dann auch die für den Tag wetterabhängig passende Fahrwerksabstimmung vorgenommen werden.

Fürs Training und Q können baugleiche Motoren verwendet werden, da will ich mich nicht auf Details festlegen.

Aufgrund der deutlich günstigeren Kosten wären mehr Motoren also kein Problem.
Niemand muß seinen Motor mehr fürs nächste Rennen schonen oder bekommt wegen des Tauschs eine Strafe (auch nicht für Getriebewechsel).
Keine enge Spritmengenbegrenzung.
Wir wollen Rennen sehen und keine Verbrauchssparfahrten.

Den aktuell fehlenden Sound gibts gratis dazu.

Dann noch Reifen, die unter voller Belastung mindestens ein halbes Rennen halten.

Wäre alles gar nicht so schwierig, wenn man nur wollte...


lg Ronnie :)
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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Sportsmann » 11.01.2017, 15:52

GAL hat geschrieben:Zumindest sollten die Motoren vom Fahrer ohne Unterstützung diverser Techniker am Fahrzeug oder in der Box gestartet werden können. Ist ja ein Unding wenn zig Ingenieure eine Checkliste abarbeiten um den Wagen dann nach 10 Min. zum Laufen zu bringen. Ob mit oder ohne Hybrid - das sollte der Fahrer ganz alleine können, so wie bei unseren Pkw's: Knöpfchen drücken und läuft, oder ggf Schlüssel umdrehen :D


:thumbs_up: Das wäre eine tolle Sache, ist auch möglich, aber ich meine, dass die Software dafür kompliziert und teuer wäre, weshalb man sie nicht entwickelt. Wenn man bedenkt, dass Resetten der Software in den letzten Jahren so manch ein mystisches Motoren-Problem gelöst hat, warum nicht auch mal den Motor aus dem Cockpit neustarten können.

Und jetzt wieder neue Motoren einführen? ...endlich redet kaum noch jemand negativ darüber. Endlich sind Ferrari und Mercedes sich einigermaßen ähnlich und Renault holt auf und Honda macht Fortschritte. Und dann den Motor wegwerfen, der Honda zurückkommen liess? Ecclestone sollte auch mal über orthopädische Produkte nachdenken, vielleicht wird dadurch der Blutfluss angeregt und kommt wieder bis ganz nach oben. ,,, nein quatsch, Ecclestone provoziert halt gern, er ist nicht so blöd, sonst wäre er nicht mehr dort wo er steht.

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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon SaintRaptor » 11.01.2017, 15:57

Veränderungen an den Motoren sind durchaus möglich und vielleicht auch sinnvoll, aber eben auch mit Kosten verbunden.

Zurück zu den V8 sollte man nicht. Ein V8 hat für mich nichts mit der Formel 1 zu tun. Die echten Formel 1 Motoren sind für mich die V10 und V12 Motoren. Natürlich ist das in der heutigen Welt in Verbindung mit den Herstellerteams unrealistisch.

Mein Vorschlag.
Die aktuellen Motoren modifzieren. Mehr Hubraum, ein Biturbo und dazu werden die Verbrauchsbeschränkungen aufgehoben und man sollte über die Wiedereinführung des Auftankens nachdenken.
Gegebenenfalls muss man auch die Limitierung der Drehzahl aufheben.

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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Ronnie_Peterson » 11.01.2017, 16:02

Ergänzung zu meinem obigen Vorschlag mit 3 Liter Saugmotoren.
Ein leistungsfähiger Starter wird Pflicht, kostet auch nur "Peanuts", nix Software-Schwierigkeiten.
Damit wird die Gefahr, irgendwo an der Strecke stehenzubleiben und ein SC auszulösen deutlich geringer.

Akku und Starter werden für alle Motoren vereinheitlicht, unnötige Entwicklungen werden dadurch vermieden.


lg Ronnie:)
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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Ronnie_Peterson » 11.01.2017, 16:11

SaintRaptor hat geschrieben:Veränderungen an den Motoren sind durchaus möglich und vielleicht auch sinnvoll, aber eben auch mit Kosten verbunden.

Zurück zu den V8 sollte man nicht. Ein V8 hat für mich nichts mit der Formel 1 zu tun. Die echten Formel 1 Motoren sind für mich die V10 und V12 Motoren. Natürlich ist das in der heutigen Welt in Verbindung mit den Herstellerteams unrealistisch.

Mein Vorschlag.
Die aktuellen Motoren modifzieren. Mehr Hubraum, ein Biturbo und dazu werden die Verbrauchsbeschränkungen aufgehoben und man sollte über die Wiedereinführung des Auftankens nachdenken.
Gegebenenfalls muss man auch die Limitierung der Drehzahl aufheben.


V8 haben deutlich mehr Tradition als V10, die es ja nur von 1989 bis 2005 gab.

Die aktuellen Motoren sind teuer und werden es auch bleiben. Allein auch die ganzen Leute, die da ständig mit der Datenauswertung beschäftigt sind.
Herstellerteams sind nicht nur ein Vorteil für die F1.
Bezahlbare und einfache Motoren könnten notfalls auch andere Firmen liefern.

Das wäre jedenfalls günstiger, als die aktuellen Witz-Antriebe zu modifizieren.
Was Du da vorschlägst, verlangt quasi eine Neuentwicklung.


lg Ronnie :)
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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Motörhannes » 11.01.2017, 16:49

Ronnie_Peterson hat geschrieben:Wenn Todt möchte, daß die F1 im "Trend" ist, dann sollte man sie gleich abschaffen.
Denn der "Trend" wird wohl oder übel mittel- langfristig zu Elektoautos gehen.
Da es schon die Formel E gibt, ist die F1 im Prinzip überflüssig.

Als Zuschauer möchte ich wieder mehr Spaß haben, die Fahrer ja auch.
Getreu dem Motto "was nicht verbaut ist, kann auch nicht defekt sein/Kosten verursachen"
könnte auf folgende Teile verzichtet werden:
- Direkteinspritzung
- Turbo
- Kompressor
- Hybrid

Mir schwebt da ein einfacher Saugmotor mit 3 Liter Hubraum vor, freie Wahl mit 6 - 12 Zylinder.
Solche Motoren wären günstig zu entwickeln und wären auch vom Preis her deutlich günstiger als das aktuelle Gelumpe.

Ein Motor für jedes Rennen! Danach Austausch oder Überholung erlaubt.
Der kann jeweils nach dem Q am Samstag eingebaut werden.
Die Funktionsprüfung findet dann beim morgendlichem Warmup (wie früher und bei Motorradrennen) am Sonntag statt, da kann dann auch die für den Tag wetterabhängig passende Fahrwerksabstimmung vorgenommen werden.

Fürs Training und Q können baugleiche Motoren verwendet werden, da will ich mich nicht auf Details festlegen.

Aufgrund der deutlich günstigeren Kosten wären mehr Motoren also kein Problem.
Niemand muß seinen Motor mehr fürs nächste Rennen schonen oder bekommt wegen des Tauschs eine Strafe (auch nicht für Getriebewechsel).
Keine enge Spritmengenbegrenzung.
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Dann noch Reifen, die unter voller Belastung mindestens ein halbes Rennen halten.

Wäre alles gar nicht so schwierig, wenn man nur wollte...


lg Ronnie :)



:thumbs_up: Das wäre auch mein Traum. Dann lohnt es sich auch wieder live.
Ich glaube auch nicht, dass der Werbeeffekt für die Hersteller wegfällt.
Wer vorne ist wird damit verbunden gute Autos zu bauen.
Die Technik interessiert doch kaum den durchnittlichen PKW Nutzer.
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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Dr. seltsam » 11.01.2017, 16:54

Also eins vorweg:
Ich bin ein ein alter Sack, ich habe auch meine Freude an brachialer Technik und ohrenbetäubenden Auslassgeräuschen.
Aber das ist heutzutage doch nur noch Show.

Ich persönlich würde auch gerne wieder mehr Drifts in der F1 sehen, das bringt aber keine schnellen Rundenzeiten.

Wenn ein Ingenieur ein Auto entwickeln will, das möglichst schnelle Rundenzeiten generiert.
Dann wird das nicht laut sein, denn die Auslassgeräusche sind nichts anderes als "verpuffende", nicht zum Vortrieb genutzte Energie.
Ein Elektromotor hat einen höheren Wirkungsgrad als ein Verbrenner und ein höheres Drehmoment.
Beim Anfahren und Beschleunigen wird ein Verbrennungsmotor gegenüber einem E-Motor mit vergleichbarer Leistung immer schlecht aussehen.
Ein Hybridantrieb insbesondere mit Energierückgewinnung ist also eine sehr naheliegende Lösung.
Ein Turbolader steigert Leistung und Effizienz des Verbrenners.

Wenn man schnelle, effiziente Autos bauen möchte, dann ist der Hybridantrieb zur Zeit state of the art.
Es wäre eher künstlich, nur zur Show, wenn man wieder auf die alten Saugmotoren umsteigen würden.
Und die Hersteller haben natürlich kein großes Interesse daran, sich mit Technik aus den 1970ern zu beweisen.

Es muss was in Sachen Show passieren, keine Frage.
Ich habe auch kein Patentrezept.
Ich persönlich hätte das Funkverbot noch ausgeweitet, auf eine Runde nicht mehr Informationen, als man auch auf der klassischen Tafel unterbringen kann.
Aber das ist ja auch schon alles wieder vom Tisch.

Es braucht in jedem Fall einen Kompromiss zwischen zeitgemäßer Technik und Show.
Das allgemeine Gemecker hilft übrigens auch nicht weiter, sondern schreckt eher andere Motorsportfans ab.
Etwas mehr konstruktive (und realistische) Kritik wäre schön..

Viele Grüße,
Der Doktor

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Re: Ecclestone: Motoren der orthopädische Schuh der Formel 1

Beitragvon Motörhannes » 11.01.2017, 17:08

Dr. seltsam hat geschrieben:Also eins vorweg:
Ich bin ein ein alter Sack, ich habe auch meine Freude an brachialer Technik und ohrenbetäubenden Auslassgeräuschen.
Aber das ist heutzutage doch nur noch Show.

Ich persönlich würde auch gerne wieder mehr Drifts in der F1 sehen, das bringt aber keine schnellen Rundenzeiten.

Wenn ein Ingenieur ein Auto entwickeln will, das möglichst schnelle Rundenzeiten generiert.
Dann wird das nicht laut sein, denn die Auslassgeräusche sind nichts anderes als "verpuffende", nicht zum Vortrieb genutzte Energie.
Ein Elektromotor hat einen höheren Wirkungsgrad als ein Verbrenner und ein höheres Drehmoment.
Beim Anfahren und Beschleunigen wird ein Verbrennungsmotor gegenüber einem E-Motor mit vergleichbarer Leistung immer schlecht aussehen.
Ein Hybridantrieb insbesondere mit Energierückgewinnung ist also eine sehr naheliegende Lösung.
Ein Turbolader steigert Leistung und Effizienz des Verbrenners.

Wenn man schnelle, effiziente Autos bauen möchte, dann ist der Hybridantrieb zur Zeit state of the art.
Es wäre eher künstlich, nur zur Show, wenn man wieder auf die alten Saugmotoren umsteigen würden.
Und die Hersteller haben natürlich kein großes Interesse daran, sich mit Technik aus den 1970ern zu beweisen.

Es muss was in Sachen Show passieren, keine Frage.
Ich habe auch kein Patentrezept.
Ich persönlich hätte das Funkverbot noch ausgeweitet, auf eine Runde nicht mehr Informationen, als man auch auf der klassischen Tafel unterbringen kann.
Aber das ist ja auch schon alles wieder vom Tisch.

Es braucht in jedem Fall einen Kompromiss zwischen zeitgemäßer Technik und Show.
Das allgemeine Gemecker hilft übrigens auch nicht weiter, sondern schreckt eher andere Motorsportfans ab.
Etwas mehr konstruktive (und realistische) Kritik wäre schön..

Viele Grüße,
Der Doktor


Einige Details fehlen mir in deiner Annahme, das Gewicht der Akkus sowie der Elektromotoren
und die Leistungsabnahme bei hohen Temperaturen sowie der daraus resultierende erhöhte Kühlungsbedarf und die
dadurch wieder resultierende Abnahme der aerodynamischen Effizienz.
Keine Frage der Wirkungsgrad der E-Motoren ist uneinholbar groß,
doch im Rennbetrieb werden die Nachteile den Wirkungsgradvorteil nahezu aufheben.

Die Kosten erledigen den Rest. Zudem nur weil ein Saugmotor ein Saugmotor ist, bedeutet dies nicht,
dass hier Technik aus den 70er angewandt wird. Einige Hersteller rüsten ihre modernsten Motoren
mittlerweile sogar mit Direkteinspritzung und Saugrohreinspritzung aus.
Auch ein Saugmotor ist ein mechanisch sehr komplexes System welches auch die Anwendung neuster
Techniken und Fertigungsverfahren beansprucht.
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