Handfestes zum Weltgeschehen

Die Plauderecke des Forums. Passt ein Thema nirgendwo rein, könnt Ihr es hier unterbringen.

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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon fibonacci » 06.11.2017, 20:44

reiskocher_gtr_specv hat geschrieben:Lewis hat es in die paradise papers geschafft:
https://projekte.sueddeutsche.de/paradi ... e-e946277/

Er folgt also ein wenig den Spuren von Rosberg ^^
So ist das halt. Wer es nutzen kann, nutzt es.


Wie war das schnell noch mal mit der selbst oft propagierten Integrität und Compliance im Hause Daimler?
Außerdem erwarte Ich jetzt einen Aufschrei von Uli Hoeneß. :wink:
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Digger Stubble
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Die Macht der Medien und wer sie einsetzt

Beitragvon Digger Stubble » 07.11.2017, 07:30

Das Leben findet zwischen Rechts und Links statt. Nicht Rechts oder Links! Warum sollte sich also das Volk eines Landes immer für eine Richtung entscheiden müssen? Warum sollte man die positiven Eigenschaften von Rechts nicht mit den positiven Eigenschaften von Links verknüpfen können? Dabei könnte man dann auch die negativen Eigenschaften von Rechts und Links auszumerzen versuchen!

Hinsichtlich eines globalen Kapitalismus oder eines autarken Sozialismus kann es ganz genauso funktionieren, lediglich die Gewinnspanne bei den Kapitalisten würde bei Weitem nicht mehr so hoch ausfallen, aber wäre das wirklich ein Problem und wenn, für wen?

    Eine Studie von Meryll & Lynch aus dem Jahrte 2012 besagte Folgendes:

    Es gibt ein Gesamtbarvermögen von geschätzten 170 Billionen Dollar. Die Millionäre und Milliardäre dieser Welt besaßen davon vor der Finanzkrise ca. 42,5 Billionen Dollar Nach der Finanzkrise wuchs deren Gesamtvermögen 45 Billionen Dollar. 2,5 Billionen Dollar wurden also während der Finanzkrise nicht von den Banken verbrannt, sondern einseitig umgeschichtet.

Und in den achtziger Jahren hat man uns weiss gemacht, dass man mit 400 Milliarden Dollar den Welthunger stillen könnten. Heute ist es ungefähr doppelt so viel!

Macht ist Geld und Geld macht süchtig, dass sind zwei nicht anzweifelbare Fakten, die das Weltgeschehen bestimmen und wenn ein Warren Buffett öffentlich macht, dass er und seine Freunde lange genug von einem Milliardär-freundlichen Kongress verhätschelt worden sind, dann ist das nur ein indirekte Bestätigung dessen.

Kurzum, das Kapital regiert die Welt und das kann nur im Sinne der Kapitalisten sein, was allerdings absolut unmenschlich ist, denn Kapitalismus begünstigt Kriege. Wie kann also etwas unmenschliches, etwas kriegsförderndes in so großem Stile existieren? Die Lösung dafür ist ganz einfach; man macht dem Volk weiss, das die Nichtexistenz vom Kapitalismus alles noch schlimmer machen würde und damit daran keine Zweifel wach werden, rettet uns die kapitalistische Weltpolizei regelmäßig vor irgendwelchen Diktatoren, die uns noch nie etwas getan haben, aber schon immer darauf gewartet haben, unsere ach so tolle Welt der kapitalistischen Scheindemokratie zu vernichten.

Das ist selbstverständlich ein leicht durchschaubare Lüge, aber wenn diese erst einmal ihren Weg in das Bildungssystem gefunden hat, kann man dem Volk alles erzählen! Derzeit erzählt man uns in Europa, dass man nichts dagegen machen können soll, wenn die Regierung eines Landes die demokratischen und rechtsstaatlichen Werte langsam auslöscht.

In Deutschland gibt es den Art.20 Abs.4 GG der es jedem Bürger ermöglicht, gegen jeden der die verfassungsmäßige Ordnung zu beseitigen versucht, Widerstand zu leisten. Doch welche Bedeutung hat diese Norm heute noch? Das BverfG hat längst entschieden, dass es auch unzulässige Grundrechtsverletzungen ohne Angabe von Gründen aktzeptiert, wenn sie dem Kapitalismus dienen. Wer Widerstand leistet, wird als abschreckendes Beispiel einfach weggesperrt!

Und dann kommt einer und will mir etwas davon erzählen, das wir uns nur zwischen Pest oder Cholera entscheiden könnten? Das wäre erst recht ein Grund dafür Widerstand zu leisten!
Zuletzt geändert von Digger Stubble am 07.11.2017, 08:07, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Pest oder Cholera? Wie wäre es mit Vernunft!

Beitragvon Plauze » 07.11.2017, 09:36

Digger Stubble hat geschrieben:
plauze hat geschrieben:[...]Globaler Kapitalismus oder Autarker Sozialismus? Pest oder Cholera?!


Sehr interessant und ich dachte immer, der Mensch wäre zu mehr in der Lage!
Natürlich denke ich das immer noch, weil der Mensch ja auch tatsächlich zu mehr in der Lage ist.
Nur soll er gar nicht zu soviel in der Lage sein und genau diese Doktrin scheint wunderbar funktioniert zu haben,
wenn man nur noch in der Lage ist, Pest und Cholera zu sehen und behauptet, dass Globaler Kapitalismus oder Autarker Sozialismus die einzigen Staatsprinzipien wären, wonach die Bürger dieser Erde leben könnten.

Das habe ich nie behauptet, und auch ich bin der Meinung, dass der Mensch zu "mehr" in der Lage ist - dass die Gesellschaft sich nicht zwischen nicht wünschenswerten Extremen entscheiden, sondern endlich Utopien entwickeln sollte, wie man beides überwindet und den Herausforderungen der Zukunft in Frieden und Solidarität begegnen kann.

Das Schüren von Nationalismen auf regionaler Ebene, Regionalpolitiker, die mit billigen populistischen Mitteln Abspaltungsbestrebungen aus gewachsenen Nationen vorantreiben und für ein "Ab jetzt arbeitet unsere starke Wirtschaft nur noch für uns selbst" eintreten etc., weisen aber jedenfalls NICHT in eine solche Zukunft. Und ja, ich finde es naiv, wenn man solche Entwicklungen begrüßt und gleichzeitig von internationaler Solidarität redet, die gerade mit der stetigen Verkleinerung in sich geschlossener Systeme immer weiter in die Ferne rückt.

Digger Stubble hat geschrieben:Du magst RossoPerSempres Ansichten viellleicht ein wenig zu naiv finden, aber das von Dir beschrieben politische Bild spiegelt nur das wieder, was uns die an den Fäden hängenden Politiker schon seit vielen Jahren weiss machen wollen. Es gibt ja auch genügend, die das glauben; denn es ist immer wesentlich einfacher mit dem Strom zu schwimmen. Aber wer am Ende nicht im Quirl landen will, macht sich einfach die Mühe und schwimmt gegen den Strom.

Der Vorteil daran? Individualität fördert die Fähigkeit, den politischen Schwachsinn, mit welchem wir Tag ein und Tag aus konfrontiert werden, zu durchschauen.

Es ist nett, dass du mir erklärst, wie ich es schaffen könnte, nicht mit dem Strom zu schwimmen. Leider geht dein Text aber völlig an dem vorbei, was ich dargestellt und kritisiert habe. Und ist mir außerdem etwas zu allgemein dahergeredet. Es geht mir gerade um die Katalonien-Frage. Manches daran kann man sicherlich verallgemeinern, in der Diskussion sollte man, finde ich, dennoch relativ konkret bei der Sache bleiben.

Ich halte weder den Weg der spanischen Zentralregierung noch den Weg der katalonischen Autonomieregierung für den richtigen. Das sind, wie du dich ausdrückst, "propagierte Ismusse" in Reinform, wobei ich schon sagen würde, dass beide eine Art von Kapitalismus pflegen, den ich nicht gutheißen kann. Von Madrid kommt ein sehr zentralistischer Kapitalismus, der die Wirtschaftskraft der Regionen zwar nicht hemmt, aber die daraus resultierende Entwicklung der Regionen sehr wohl.
Die dem entgegengesetzte Agenda der katalanischen Regierung will das genaue Gegenteil, was frappierend an die Argumente der Brexit-Befürworter in UK oder an Trumps Bonmot "America First" erinnert.
Propaganda kommt eben niemals nur aus einer Richtung, und man sollte vorsichtig sein, eine Seite in so einem Konflikt komplett zu verurteilen und die Argumente der anderen Seite vorschnell als kongruent mit den eigenen Ansichten und Vorstellungen zu betrachten. Von internationaler Gemeinschaft und Solidarität haben Puidgemont und seine Gefolgsleute kein einziges Mal geredet - nur wenn man sich von der EU eine Unterstützung der Unabhängigkeitsbestrebungen bzw. eine Vermittlung erflehte, spielte Außenpolitik plötzlich eine Rolle, wo doch der Konflikt ein inhärent innenpolitischer war/ist.

Digger Stubble hat geschrieben:Nein, nein, keiner spricht von "einfach" oder "schnell" und keiner spricht von einer 180Grad Kehrtwende
Ich rede von Verstand, Menschlichkeit und sieben Generationen!

Sieben Generationen? Das wäre meines Erachtens tragisch, denn bis dahin hätten uns die Probleme, denen erfolgreich zu begegnen wir ein anderes, offeneres, solidarisches und sozialeres Gesellschaftsmodell dringend bräuchten, schon längst überholt.
Deinen übrigen Ausführungen stimme ich aber durchaus zu.
Alles kann passieren. Und das ist auch gut so.

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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon Digger Stubble » 07.11.2017, 17:08

plauze hat geschrieben:[...]


Alles klar, so liesst es sich schon ganz anders, bzw. so verstehe ich das schon ganz anders, als in Deinem Statement zuvor und kann nun Deinen Gesichtspunkten weitestgehend zustimmen. Ich werde mich dazu aber noch ein wenig ausführlicher äussern. Bin im Augenblick kurz angebunden.

plauze hat geschrieben:Sieben Generationen? Das wäre meines Erachtens tragisch, denn bis dahin hätten uns die Probleme, denen erfolgreich zu begegnen wir ein anderes, offeneres, solidarisches und sozialeres Gesellschaftsmodell dringend bräuchten, schon längst überholt.


Ich meine, nicht erst in sieben Generationen anfangen, sondern überlegen, ob das was wir heute tun, noch der siebten Generation von Nutzen ist!

Danke für Deine ausführliche Antwort. Bis später!
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon RossoPerSempre » 08.11.2017, 20:37

Vorab: Sofern es zu philosophisch wird, kann man das Thema gerne auch im Weltanschauungsthread weiterführen...

Plauze hat geschrieben:...

Grundsätzlich sind wir uns wohl darüber einig, dass es am Ende allen Menschen überall gut gehen soll und dafür eine Umverteilung von oben nach unten stattfinden muss.

Einzig bezüglich des Weges dahin scheinen wir grundlegend unterschiedliche Ansichten zu haben. Du siehst einzig die Internationalisierung als Alternative an, wo ich schon grundsätzliche Interessenskonflikte vorprogrammiert sehe. Grund dafür sind unterschiedliche Staaten mit unterschiedlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ausgangspositionen, die man nicht ohne Zwang vereinheitlichen könnte. Der Kampf für den Weltfrieden, internationale Solidarität und dem Kampf gegen den Kapitalismus beginnt immer zunächst im eigenen Nationalstaat, was zunächst voraussetzt dass alle Völker souverän und unabhängig sein sollen. Ein souveräner und unabhängiger Nationalstaat ist die einzige Instanz, die genau soviel und nicht mehr Macht hat um Demokratie und Sozialstaat aufrecht zu erhalten, ohne dabei imperialistisch andere Völker zu unterdrücken.

U.a. Rudi Dutschke hat es bereits richtig formuliert: Der Klassenkampf ist international, in seiner Form aber national.

Nationalstaaten müssen jedenfalls weiterhin aufrecht erhalten bleiben, und dürfen keinesfalls immer mehr vereinheitlicht werden, so wie es z.B. die USA überall mit ihrem Amerikanismus (besser McDonaldisierung) versucht. Dasselbe mit der EU, wo der (T)Euro die armen Länder ärmer, und die reichen Länder reicher werden lassen (dort aber ausschließlich irgendwelche verbrecherischen Banker oder Manager). Nationale Währungen (zumindest parallel zum Euro) und nationalisierte Banken sind dahingehend die einzige Lösung um den Völkern ihre Würde und ihre Handlungsmöglichkeiten auf dem Finanzsektor zurückzugeben. Mehr nationales Wirtschaften mit dem Ziel Arbeitsplätze im eigenen Land zu schaffen sorgt für den inneren Frieden und Zufriedenheit um damit gestärkt andere, schwächere Staaten innovativ unterstützen zu können um deren eigene Wirtschaft aufzubauen, ohne dabei exzessiv Außenhandel betreiben zu müssen.

Wie besagt ein altes Sprichwort: Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern.

Lässt sich auf Staaten ebenso anwenden (wenngleich natürlich etwas weniger trivial). Handel sollte man nur mehr dort machen wo es die Rohstoffe nicht anders zulassen (Erdöl, Obst, Landwirtschaft, usw.), und wenn dann keinesfalls mehr durch multinationale Konzerne gestützt, die nur kapitalistisch, imperialistisch und rassistisch denken.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon Digger Stubble » 10.11.2017, 08:44

RossoPerSempre hat geschrieben:[...]


:thumbs_up:

RossoPerSempre hat geschrieben:Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern.


Aber wer den Fisch selber fängt, wird keinen mehr kaufen und das ist nicht im Sinne des Kapitalismus!

Bin leider immer noch kurz angebunden. Werde mich aber noch ausführlich zu "Plauze" und "RossoPerSempre" rückmelden.


Zur Macht der Medien

Sputnik hat geschrieben:Der Gründer der Enthüllungsplattform WikiLeaks Julian Assange hat die Agentur Bloomberg der Verbreitung von „anti-katalanischer Propaganda“ bezichtigt.


Link zur vollständigen Meldung

Sputnik hat geschrieben:Die Zürcher Stadtpolizei wird ab sofort in Meldungen keine Angaben zur Herkunft der Täter mehr machen. Dies berichtet die Zeitung „Blick“ unter Berufung auf den Sicherheitsvorsteher der Stadt, Richard Wolff.[...]
Der Stadtrat begründete die Entscheidung damit, dass die Nennung der Nationalität eines mutmasslichen Täters diskriminierend sei. „Indem man die Nationalität nennt, wird suggeriert, damit lasse sich die Tat ein Stück weit erklären“, so Wolff. „Dies verdeckt aber nur, was die eigentlichen Ursachen für kriminelle Handlungen sind."[...]


Link zur vollständigen Meldung
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon Formel Heinz » 10.11.2017, 18:42

Digger Stubble hat geschrieben:
Sputnik hat geschrieben:Die Zürcher Stadtpolizei wird ab sofort in Meldungen keine Angaben zur Herkunft der Täter mehr machen. Dies berichtet die Zeitung „Blick“ unter Berufung auf den Sicherheitsvorsteher der Stadt, Richard Wolff.[...]
Der Stadtrat begründete die Entscheidung damit, dass die Nennung der Nationalität eines mutmasslichen Täters diskriminierend sei. „Indem man die Nationalität nennt, wird suggeriert, damit lasse sich die Tat ein Stück weit erklären“, so Wolff. „Dies verdeckt aber nur, was die eigentlichen Ursachen für kriminelle Handlungen sind."[...]


Link zur vollständigen Meldung



Wobei man hier erwähnen sollte, dass die Herkunft auf Anfrage weiterhin mitgeteilt wird (Quelle).

Insgesamt weiß ich aber nicht wie ich darüber denken soll. Einerseits ist die Herkunft eines Täters meiner Meinung nach wirklich irrelevant, solange es keinen Fandungsaufruf gibt. Andererseits werden diejenigen, die sowieso schon ein schlechtes Bild von z.B. Flüchtlingen/Ausländern haben, sich so oder so aufregen. Wird die Nationalität genannt und es ist kein einheimischer, fühlen sie sich in ihren Vorurteilen bestätigt; ist es ein einheimischer, wird hinterfragt, wie lange er denn schon dort lebe o.ä.; und wenn nichts genannt wird dann gehen sie natürlich davon aus dass irgendetwas verschwiegen werden muss.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon fibonacci » 10.11.2017, 20:39

Formel Heinz hat geschrieben:
...

Insgesamt weiß ich aber nicht wie ich darüber denken soll. Einerseits ist die Herkunft eines Täters meiner Meinung nach wirklich irrelevant, solange es keinen Fandungsaufruf gibt. Andererseits werden diejenigen, die sowieso schon ein schlechtes Bild von z.B. Flüchtlingen/Ausländern haben, sich so oder so aufregen. Wird die Nationalität genannt und es ist kein einheimischer, fühlen sie sich in ihren Vorurteilen bestätigt; ist es ein einheimischer, wird hinterfragt, wie lange er denn schon dort lebe o.ä.; und wenn nichts genannt wird dann gehen sie natürlich davon aus dass irgendetwas verschwiegen werden muss.



Wenn einer seinem Nachbarn eine halbe oops-Sau oder eine Steige Wein aus dem Keller klaut,
dann weiß man sofort, dass es wahrscheinlich keiner aus dem Morgenland war.

Wird hingegen ein Schaf oder eine Ziege entwendet: Wer war dann der Täter?

Sollte die Polizei anschließend die Art des Diebesgutes überhaupt beim Namen nennen dürfen?
Nein - mit Rücksicht auf die dann offensichtliche Nationalität der Strolche natürlich nicht.

Ich wünsch mir die wunderbaren, lehrreichen, alten Pranger auf unseren Dorfplätzen wieder. :wave:
Zuletzt geändert von fibonacci am 10.11.2017, 21:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon reiskocher_gtr_specv » 10.11.2017, 21:05

Ein weites Feld. Ich würde mir schon wünschen, dass mir mitgeteilt wird, auf was ich achten muss, wenn ein von egal wo abstammender Vollpfosten immer noch durch die Gegend rennt, der meine Familie und mich bedrohen *könnte*.
Dabei ist mir völlig egal, ob es Sören, Malve, Mohammed oder Achmed ist.
Was bedeutet denn "auf Anfrage"? Muss ich dort anrufen oder was und ich bekomme dann ein Bild zugeschickt?

Nix für ungut, aber da geht mir der "Täterschutz" eine Spur zu weit.
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon Digger Stubble » 12.11.2017, 14:17

plauze hat geschrieben:[...]dass die Gesellschaft sich nicht zwischen nicht wünschenswerten Extremen entscheiden, sondern endlich Utopien entwickeln sollte, wie man beides überwindet und den Herausforderungen der Zukunft in Frieden und Solidarität begegnen kann.[…]


Eine Utopie ist eine wirklichkeitsferne Idee, welche man nicht verwirklichen kann. In Folge dessen wäre es zwecks Frieden und Solidarität kontraproduktiv, sich mit der Verwirklichung einer Idee zu befassen, welche sich nicht verwirklichen lässt. Die Gesellschaft benötigt also keine Utopien sondern realistische Ansätze, um in Zukunft in Frieden und Solidarität leben zu können.

plauze hat geschrieben:[...]Das Schüren von Nationalismen auf regionaler Ebene, Regionalpolitiker, die mit billigen populistischen Mitteln Abspaltungsbestrebungen aus gewachsenen Nationen vorantreiben und für ein "Ab jetzt arbeitet unsere starke Wirtschaft nur noch für uns selbst" eintreten etc., weisen aber jedenfalls NICHT in eine solche Zukunft. Und ja, ich finde es naiv, wenn man solche Entwicklungen begrüßt und gleichzeitig von internationaler Solidarität redet, die gerade mit der stetigen Verkleinerung in sich geschlossener Systeme immer weiter in die Ferne rückt.[…]


Nein, Nationalismen auf regionaler Ebene stehen nicht zwangsläufig einer internationalen Solidarität im Wege. Aber ich gebe Dir recht, dass die Nationalismen bzw. die Kapitalismen der ständigen UN-Mitglieder einer internationalen Solidarität im Wege stehen, was daran liegt, dass die ständigen UN-Mitgliedstaaten meinen, die Parameter für einen internationale Solidarität vorgeben zu müssen. Solidarität basiert aber nicht auf Vorgaben einzelner!
Insofern gebe ich Dir aber recht, dass es aufwendiger ist, die solidarischen Bedürfnisse aller UN-Staaten unter einen Hut zu bringen, aber das wäre ein Aufwand, der sich mehr lohnt, als die solidarischen Vorgaben zu diktieren, was unterm Strich nur Kriege fördert. Grundsätzlich lassen sich auch dann Staaten miteinander solidarisieren, wenn sie ihre Innenpolitik nicht für eine globale Solidarität aufgeben, sondern diese nur im Umgang mit den solidarischen Staaten respektieren bzw. akzeptieren.

plauze hat geschrieben:[...]Ich halte weder den Weg der spanischen Zentralregierung noch den Weg der katalonischen Autonomieregierung für den richtigen. Das sind, wie du dich ausdrückst, "propagierte Ismusse" in Reinform, wobei ich schon sagen würde, dass beide eine Art von Kapitalismus pflegen, den ich nicht gutheißen kann. Von Madrid kommt ein sehr zentralistischer Kapitalismus, der die Wirtschaftskraft der Regionen zwar nicht hemmt, aber die daraus resultierende Entwicklung der Regionen sehr wohl.[…]


In einer Demokratie bzw. in einem Rechtsstaat ist die Meinung eines einzelnen recht unerheblich. Es spielt also keine Rolle, was Du, ein anderer, oder ich vom katalanischen Referendum halten. Ausschlaggebend ist nur, dass nach demokratischen und rechtssataatlichen Grundlagen, die Abstimmung in Katalonien absolut rechtens war. Die Anerkennung der Abstimmung hätte auf einem anderen Blatt gestanden, aber die Abstimmung selbst war legitim und wurde seitens der Zentralregierung blutig unterbunden. Damit wurden die demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien, welche für alle Staaten der EU gelten, durch die spanische Zentralregierung ausser Kraft gesetzt.

plauze hat geschrieben:[...]Die dem entgegengesetzte Agenda der katalanischen Regierung will das genaue Gegenteil, was frappierend an die Argumente der Brexit-Befürworter in UK oder an Trumps Bonmot "America First" erinnert.
Propaganda kommt eben niemals nur aus einer Richtung, und man sollte vorsichtig sein, eine Seite in so einem Konflikt komplett zu verurteilen und die Argumente der anderen Seite vorschnell als kongruent mit den eigenen Ansichten und Vorstellungen zu betrachten.[…]


Auf jeden Fall! Bei der Anwendung eines demokratischen bzw. rechtsstaatlichen Prinzipes, sollte man immer sehr aufmerksam sein. In Deutschland und in fast allen anderen Landern, gibt es dafür spezielle Gerichte. Das BverfG in Deutschland unterliegt jedoch dem BverfGG, welches allerding gegen den Art.19, Abs.4 GG verstößt und damit ungültig ist. Auch die EU verfügt über ein entsprechendes Gericht, welches von Pudigemont dazu angehalten wurde, sich der Sachlage anzunehmen. Aber das macht die EU nicht!

plauze hat geschrieben:[...]Von internationaler Gemeinschaft und Solidarität haben Puidgemont und seine Gefolgsleute kein einziges Mal geredet - nur wenn man sich von der EU eine Unterstützung der Unabhängigkeitsbestrebungen bzw. eine Vermittlung erflehte, spielte Außenpolitik plötzlich eine Rolle, wo doch der Konflikt ein inhärent innenpolitischer war/ist.[…]


Ich habe die ganze Angelegenheit schon wegen fehlender Sprachkenntnisse nicht so ausführlich verfolgen können und kann daher auch nicht ausschliessen, das Du recht hast. Aber ich kann es auch nicht bestätigen! Und wenn jemand etwas nicht gesagt haben soll, muss man sich immer vor Augen führen, dass man es selbst nur einfach nicht gehört hat. Vielleicht kannst Du uns ja ein wenig darüber in Kenntniss setzen, was Pudigemont nun alles gesagt haben soll und was nicht!

plauze hat geschrieben:[...]Es geht mir gerade um die Katalonien-Frage. Manches daran kann man sicherlich verallgemeinern, in der Diskussion sollte man, finde ich, dennoch relativ konkret bei der Sache bleiben.[…]


Absolut, und ich möchte nochmals darauf hinweisen, dass die katalanische Abstimmung nach demokratischen und rechtsstaatlichen Kriterien legal war und niemals hätte blutig unterbunden werden dürfen. Die spanische Regierung hat damit jedoch die demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien verletzt und die EU hat das geduldet! Die Frage ist nun, inwiefern die EU nun dazu geeignet ist, die demokratischen und rechtsstaatliche Prinzipien anderer anzuerkennen?
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon Digger Stubble » 12.11.2017, 14:40

RossoPerSempre hat geschrieben:Einzig bezüglich des Weges dahin scheinen wir grundlegend unterschiedliche Ansichten zu haben. Du siehst einzig die Internationalisierung als Alternative an, wo ich schon grundsätzliche Interessenskonflikte vorprogrammiert sehe. Grund dafür sind unterschiedliche Staaten mit unterschiedlichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ausgangspositionen, die man nicht ohne Zwang vereinheitlichen könnte.


Richtig, kein Staat darf einer Internationalisierung unterworfen werfen bzw. eine Internationalisierung darf nicht erzwungen werden, was eindeutig auch aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hervorgeht!
Man muss zwecks Internationalisierung auch nicht zwangsläufig seine wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ausgangspunkte den Ausgangspunkten anderer vereinheitlichen, da internationalisierte Staaten auch nicht auf allen Ebenen zusammenarbeiten.

RossoPerSempre hat geschrieben:Der Kampf für den Weltfrieden, internationale Solidarität und dem Kampf gegen den Kapitalismus beginnt immer zunächst im eigenen Nationalstaat, was zunächst voraussetzt dass alle Völker souverän und unabhängig sein sollen. Ein souveräner und unabhängiger Nationalstaat ist die einzige Instanz, die genau soviel und nicht mehr Macht hat um Demokratie und Sozialstaat aufrecht zu erhalten, ohne dabei imperialistisch andere Völker zu unterdrücken.


Was soll man dazu noch sagen? Aber ich habe eine Frage: "Wo findet der Kampf gegen Kapitalismus in Österreich bzw. Deutschland statt?"

RossoPerSempre hat geschrieben:Nationalstaaten müssen jedenfalls weiterhin aufrecht erhalten bleiben, und dürfen keinesfalls immer mehr vereinheitlicht werden, so wie es z.B. die USA überall mit ihrem Amerikanismus (besser McDonaldisierung) versucht. Dasselbe mit der EU, wo der (T)Euro die armen Länder ärmer, und die reichen Länder reicher werden lassen (dort aber ausschließlich irgendwelche verbrecherischen Banker oder Manager). Nationale Währungen (zumindest parallel zum Euro) und nationalisierte Banken sind dahingehend die einzige Lösung um den Völkern ihre Würde und ihre Handlungsmöglichkeiten auf dem Finanzsektor zurückzugeben. Mehr nationales Wirtschaften mit dem Ziel Arbeitsplätze im eigenen Land zu schaffen sorgt für den inneren Frieden und Zufriedenheit um damit gestärkt andere, schwächere Staaten innovativ unterstützen zu können um deren eigene Wirtschaft aufzubauen, ohne dabei exzessiv Außenhandel betreiben zu müssen.


So wie für den Menschen der Individualismus zwecks Zusammenleben auschlaggebend wichtig ist, so sind individuelle Länder genauso wichtig für ein internationales Zusammenleben. Individualität darf somit keineswegs einer Konfirmität unterworfen werden, weil die Individualität sonst auf der Strecke bleibt und davon profitiert nur der Kapitalismus!.

RossoPerSempre hat geschrieben:Wie besagt ein altes Sprichwort: Gib einem Hungernden einen Fisch, und er wird einmal satt, lehre ihn Fischen, und er wird nie wieder hungern.

Lässt sich auf Staaten ebenso anwenden (wenngleich natürlich etwas weniger trivial). Handel sollte man nur mehr dort machen wo es die Rohstoffe nicht anders zulassen (Erdöl, Obst, Landwirtschaft, usw.), und wenn dann keinesfalls mehr durch multinationale Konzerne gestützt, die nur kapitalistisch, imperialistisch und rassistisch denken.


Und das mit dem Fisch ist ein sehr gutes Beispiel, denn der ach so fortschrittliche Westen hat bei seiner Form der Globalisierung nur Abhängigkeiten geschaffen, um andere zwecks Gewinnmaximierung vom Westen abhängig zu machen. Das hat zwar tadellos funktioniert, aber die Nachwirkungen verfolgen uns schon sehr lange und könnten uns in naher Zukunft sogar das Gnick brechen, wenn wir bei unseren Staatsdienern nicht langsam ein Umdenken erwirken!

Es wäre besser, voneinander zu lernen, als sich gegenseitig zu unterdrücken!
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon RossoPerSempre » 12.11.2017, 16:26

Digger Stubble hat geschrieben:Richtig, kein Staat darf einer Internationalisierung unterworfen werfen bzw. eine Internationalisierung darf nicht erzwungen werden, was eindeutig auch aus der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hervorgeht!
Man muss zwecks Internationalisierung auch nicht zwangsläufig seine wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Ausgangspunkte den Ausgangspunkten anderer vereinheitlichen, da internationalisierte Staaten auch nicht auf allen Ebenen zusammenarbeiten.

Ist so, wobei Internationalisierung eben nicht das Ziel sein sollte, internationale Solidarität steht dem Gedanken fast im Widerspruch. Ersteres beinhaltet schließlich den umgehemmten Kapitalismus.

Digger Stubble hat geschrieben:Was soll man dazu noch sagen? Aber ich habe eine Frage: "Wo findet der Kampf gegen Kapitalismus in Österreich bzw. Deutschland statt?"

Ist halt schwer, wenn man nicht mehr wirklich souverän agiert, und sich bevormunden lässt. Damit kann man weder innenpolitisch für ein Maximum an Geldumverteilung von oben nach unter, noch außenpolitisch die Solidarität mit anderen Staaten auch weit außerhalb der EU aufbauen. Blockfreiheit wäre ein Ziel für alle Staaten und Völker dieser Welt.

Der Kampf gegen den Kapitalismus ist jedenfalls in Österreich noch viel zu gering, vielleicht aber gibt die kommende rechte, neoliberale Regierungskoalition indirekt den Startschuss für eine wirklich antikapitalistische Partei, die zudem eine antiimperialistische und antirassistische Agenda verfolgt ohne dabei sich wie z.B. die Grünen in realitätsfremden Ideologien und Elitarismus mit falschen Vorstellungen zu Kultur zu verirren. Man darf die Heimat und den Nationalstolz nicht den Rechten überlassen, die damit einzig völkischen und rassistischen Chauvinismus statt wirkliche Heimatliebe und inklusiven Patriotismus mit einem Auge auf internationale Solidarität propagieren. Gemeinwohl soll das Hauptziel darstellen.

So wie für den Menschen der Individualismus zwecks Zusammenleben auschlaggebend wichtig ist, so sind individuelle Länder genauso wichtig für ein internationales Zusammenleben. Individualität darf somit keineswegs einer Konfirmität unterworfen werden, weil die Individualität sonst auf der Strecke bleibt und davon profitiert nur der Kapitalismus!.

Du sprichst damit etwas sehr gutes an. Heute rühmt man sich damit, dass Individualismus über alles zu gehen hat, nur stimmt das überhaupt? Ist es nicht viel mehr eine Mogelpackung des Kapitalismus, dass man alles erreichen könne was man wolle. Wobei, natürlich kann man das, zumindest dann wenn man steinreiche Eltern hat, schwer erbt und/oder Verbindungen mit Bankern und Händlern an den Börsen aufbaut. Wobei letzteres natürlich auch wieder etwas Kapital benötigen würde, wie viel zu viel im Leben.

Aber um zurückzukommen: In Wahrheit ist man vielmehr nur ein Zombie der Konsumwirtschaft, die einem vorgaukelt alles haben zu müssen, egal ob man es wirklich benötigt oder nicht, egal unter welchen ärmlichen Verhältnissen etwas hergestellt wurde und man die Arbeiter in anderen Ländern damit ausbeutet. Ich selbst bin gerade eben in eine eigene Wohnung umgezogen und hab nun die Gelegenheit den gesamten eigenen Konsum zu überwachen, und hab mich nun z.B. die zugegeben ehrgeizige Anforderung gestellt innerhalb eines halben Jahres den Gesamtkonsum an rein regionalen oder nationalen Lebensmittel auf 90% hochzubringen. Beim Kakao bin ich noch wählerisch, ob ich zugunsten der Quote darauf verzichten muss (Fairtrade ist der Kakao bei mir ohnehin schon seit Jahren). Auf Bananen oder sonstiges zu importierendes Obst muss ich sowieso schon verzichten.

Muss nicht jeder konsequent auf diesem Level machen, wenn aber noch sehr viele mehrauf diesen Zug aufspringen würde ich aber sehr gerne die Gesichter der Globalisierungsbefürworter sehen, wenn die wirtschaftliche Globalisierung auf diese Weise zugrunde geht und man sich wieder zwangsweise regionaler orientieren muss.

Und das mit dem Fisch ist ein sehr gutes Beispiel, denn der ach so fortschrittliche Westen hat bei seiner Form der Globalisierung nur Abhängigkeiten geschaffen, um andere zwecks Gewinnmaximierung vom Westen abhängig zu machen. Das hat zwar tadellos funktioniert, aber die Nachwirkungen verfolgen uns schon sehr lange und könnten uns in naher Zukunft sogar das Gnick brechen, wenn wir bei unseren Staatsdienern nicht langsam ein Umdenken erwirken!

Es wäre besser, voneinander zu lernen, als sich gegenseitig zu unterdrücken!

Hab ich eigentlich schon direkt oben bereits in ähnlicher Form angesprochen, und kann dir dementsprechend nur zustimmen. Letzter Satz soll sich die Politik sehr zu Herzen nehmen, je eher desto besser.
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Vettelheim-f1
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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon Vettelheim-f1 » 15.11.2017, 04:32

Jamaika steht bekanntlich momentan auf der Kippe. Sollte man sich nicht einigen, wird es auf Neuwahlen herauslaufen. In diesem Fall wäre meiner Meinung nach Frau Merkel zu stark angeschlagen (noch stärker als sie das ohnehin schon ist) so dass man bei der CDU mit einem neuen Kanzlerkandidaten ins Rennen gehen müsste. Ich gehe fast davon aus, dass es dann auf Spahn als Kanzlerkandidaten bei der CDU/CSU herausläuft, da er deutlich weiter rechts steht als Merkel und die Union, gerade nach der innerparteilichen Spaltung der letzten Jahre, dringend einen konservativen Führungskandidaten braucht.

So gesehen, wäre ich über ein Scheitern von Jamaika froh. Dann müssten sich weder Grüne, noch die CSU bis zum geht nicht mehr verbiegen und man würde Platz schaffen für eine neue Politik, über die dann die Bevölkerung 2018 abstimmen könnte!

„Dieser rechte, schwule Spahn“...warum der CDU-Mann die Grünen so zum Kochen bringt.

Die Grünenpolitikerin Trüpel hatte bei einem Parteitag am Samstag mit Blick auf die Jamaika-Gespräche von Union, Grünen und FDP in Berlin gesagt: „Wenn Merkel das nicht hinkriegt, ist sie weg.“ In diesem Zusammenhang äußerte sich Trüpel abfällig über Spahn, der auf Merkel dann folgen könnte. Trüpel sagte weiter: „Und dann kommt dieser rechte, schwule Jens Spahn vielleicht. Daran habe ich nun gar kein Interesse.“ :turnsmiley:

Na, na, na, jetzt werden die schon "schwulenfeindlich" bei den weltoffenen, kunterbunten Grünen. :turnsmiley:

http://www.focus.de/politik/deutschland ... 41809.html

Ich finde eher Forderungen der Grünen nach einem Familiennachzug für Flüchtlinge verrückt. (Auch das kann Taktik sein, dass man dann halt irgendeinen anderen Grünenwunsch bekommt.)
Allerdings ist das ja völliger Müll. Wir haben gesehen wie stark die AfD geworden ist und dass unsere Bevölkerung unzufrieden mit der Flüchtlingspolitik von Merkel und der GroKo ist. Wie können die Grünen dann so bescheuert sein, auch noch deren Familien nachholen zu wollen. Lol, gut dass das Wunschdenken bleibt. Wollen die Grünen denn die AfD in vier Jahren bei 20% haben oder was?

Wenn ich diese dämlich Claudia Roth schon sehe wird mir schlecht.

http://www.fr.de/politik/sondierungen-g ... -a-1386958

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Das westliche Parteisystem ist eine Farce

Beitragvon Digger Stubble » 19.11.2017, 16:54

RossoPerSempre hat geschrieben:Der Kampf gegen den Kapitalismus ist jedenfalls in Österreich noch viel zu gering, vielleicht aber gibt die kommende rechte, neoliberale Regierungskoalition indirekt den Startschuss für eine wirklich antikapitalistische Partei, die zudem eine antiimperialistische und antirassistische Agenda verfolgt ohne dabei sich wie z.B. die Grünen in realitätsfremden Ideologien und Elitarismus mit falschen Vorstellungen zu Kultur zu verirren.


Der Kampf gegen den Kapitalismus ist nicht nur in Österreich zu gering, aber darauf zu warten oder zu hoffen, bis eine Partei eine antiimperialistische und antirassistische Agenda verfolgt, verspricht auch keine Änderung. Logisch, denn das "demokratische" Parteiensystem wird vollständig von den Machthabern des Kapitalismus kontrolliert. Wie sonst könnte man sein aus Menschen bestehendes Volk dazu bringen, der Menschlichkeit den Kampf anzusagen?

Das westlich demokratische Parteiensystem vereinfacht in einem Beispiel dargestellt:

    Hubert möchte die Macht in seinem Lande übernehmen. Dazu holt er sich Karl, den Vorsitzenden der Rechtspartei in sein Büro und erklärt diesem sein Vorhaben. Er verspricht Karl, seine Macht mit ihm zu teilen, wenn er dafür sorgen würde, dass die Rechtspartei bei den Wahlen gewinnt. Zudem spricht er ihm eine finanzielle Unterstützung im Wahlkampf zu. Die einzige Bedingung sei nur, dass niemand etwas von diesem Gespräch erfahren dürfe.

    Im Anschluss bestellt Hubert die Vorsitzende aus der Linkspartei in sein Büro und erzählt ihr ebenfalls von seinem Vorhaben. Er verspricht Uschi, seine Macht mit ihr zu teilen, wenn sie dafür sorgen würde, dass die Linkspartei bei den Wahlen gewinnt. Zudem spricht er ihr ebenfalls eine finanzielle Unterstützung im Wahlkampf zu. Die einzige Bedingung sei nur, dass niemand etwas von diesem Gespräch erfahren dürfe.

    Von nun an kämpft rechts gegen links und egal welche Partei an die Macht kommt, der Machtanspruch von Hubert bleibt unentdeckt und wird erfüllt!

    Wenn nun die Neuepartei in das Parteiensystem aufgenommen werden will, wird Hubert umgehend wieder aktiv und bestellt sich den Vorsitzenden der Neuepartei in sein Büro und führt mit ihm exakt dasselbe Gespräch, wie er es schon mit der Rechts- und mit der Linkspartei geführt hat. Auch das Ergebnis bleibt dasselbe, denn wenn sich der Vorsitzende der Neuepartei weigern würde, die Bedingungen zu erfüllen, würde er sich schneller in einem Skandal wiederfinden, als er sich selbst vorstellen kann. Auch käme er nicht in den Genuss der finanziellen Förderung und müsste mit gefesselten Beinen einen Kampf gegen Goliath führen, ohne einen Schleuder oder einen Stein im Besitz zu haben.

Nein, nein, eine Wahl ändert genauso wenig am imperialistischen Kapitalismus wie der Kopf, welchen man in den Sand steckt und wer das nicht glaubt, bzw. nicht glauben will, der kann ja in seinem eigenen Lande Beispiele suchen, wie es jemals eine Partei tatsächlich geschafft hat, auch nur den geringsten Antikapitalismus über einen hauchlangen Zeitraum zu etablieren!

Die Lösung vom Kapitalismus, Imperialismus und Rassismus finden wir also ausserhalb unseres Parteiensystems. Auch auf kommunalpolitischer Ebene, wo der wehrte Kollege fibonacci Lösungsansätze zu sehen scheint, ist da nichts zu machen; denn diese gehört ja schon zum demokratischen Parteisystem!
Deine Argumentation ist um so zutreffender, je plötzlicher sie zu ignorieren versucht wird. - Niccolò Machiavelli 1498
Du musst die Welt beherrschen, um sie vom Kapitalismus zu befreien. Das ist nicht schwer. - Isaac Steinberg 2016

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Re: Handfestes zum Weltgeschehen

Beitragvon Digger Stubble » 19.11.2017, 17:02

Vettelheim-f1 hat geschrieben:Wir haben gesehen wie stark die AfD geworden ist und dass unsere Bevölkerung unzufrieden mit der Flüchtlingspolitik von Merkel und der GroKo ist. Wie können die Grünen dann so bescheuert sein, auch noch deren Familien nachholen zu wollen.


Könnte es für jemanden, ausser den Flüchtlingen und deren Familien selbst, nützlich sein, was die Grünen da vorschlagen?
Deine Argumentation ist um so zutreffender, je plötzlicher sie zu ignorieren versucht wird. - Niccolò Machiavelli 1498
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