Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

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Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon Redaktion » 09.01.2017, 11:04

Wie die Betreiber aus dem Hungaroring ab Herbst eine moderne Formel-1-Anlage machen wollen und wie lange der Grand-Prix-Sport in Ungarn gastieren wird
Fernando Alonso

Hungaroring: Boxengebäude und Tribünen sollen umgebaut werden

Der Hungaroring soll umgebaut werden. Nach der Neuasphaltierung im Vorjahr steht nun die Renovierung der veralteten Einrichtungen rund um den Kurs auf dem Programm. Die Besitzer haben den Umbau in drei Phasen gegliedert: Im Herbst, also nach dem diesjährigen Grand Prix, will man sich die Tribünen und die Kabinen für die TV-Kommentatoren vorknöpfen, ein Jahr später steht der Bau des neuen Boxengebäudes auf den Programm. Und zum Abschluss möchte man ein neues Besucherzentrum und ein Rennstreckenmuseum errichten. Das Asphaltband soll unangetastet bleiben.

Hintergrund der Modernisierung ist der verlängerte Formel-1-Vertrag: Der Grand-Prix-Zirkus wird nicht nur wie ursprünglich geplant bis 2021 auf dem Hungaroring gastieren, sondern sogar bis 2026. Bislang fand das Rennen bereits 31 Mal statt, wodurch der Ungarn-Grand-Prix längst zu den Traditionsrennen im Kalender zählt.

Die auffälligste Änderung wird das neue Boxengebäude mit seiner modernen Architektur sein. Sie erinnert ein wenig an "The Wing", wie die einem Flügel nachempfundene Anlage in Silverstone genannt wurde.

Trotz des umfangreichen Umbauprogramms versprechen die Betreiber, dass das Rennprogramm in den kommenden Jahren nicht gestört werden soll. Man hat schließlich eine Tradition zu verteidigen: Neben Silverstone, Monaco und Monza ist der Grand Prix vor den Toren Budapests das einzige Rennen, das seit 1986 ununterbrochen im Formel-1-Kalender aufscheint.


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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon RacingForEver » 09.01.2017, 21:17

Redaktion hat geschrieben:Neben Silverstone, Monaco und Monza ist der Grand Prix vor den Toren Budapests das einzige Rennen, das seit 1986 ununterbrochen im Formel-1-Kalender aufscheint.

Ja, und bis 2026 wird es diese Tradition nur noch mit Monaco teilen, davon gehe ich ziemlich fest aus.

Abgesehen davon würde ich die Strecke aber nicht sonderlich vermissen, es sei denn, man führt tatsächlich mal Bernies Idee ein und bewässert sie vor jedem Rennen. Die Rennen von 2006 und 2014 waren wohl mit die besten Rennen der jüngeren Vergangenheit, aber bei Trockenheit haben die Grands Prix hier selten was getaugt.

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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon meanmc » 10.01.2017, 08:38

RacingForEver hat geschrieben:
Redaktion hat geschrieben:Neben Silverstone, Monaco und Monza ist der Grand Prix vor den Toren Budapests das einzige Rennen, das seit 1986 ununterbrochen im Formel-1-Kalender aufscheint.


Abgesehen davon würde ich die Strecke aber nicht sonderlich vermissen, es sei denn, man führt tatsächlich mal Bernies Idee ein und bewässert sie vor jedem Rennen. Die Rennen von 2006 und 2014 waren wohl mit die besten Rennen der jüngeren Vergangenheit, aber bei Trockenheit haben die Grands Prix hier selten was getaugt.


Na ja, wäre halt die Frage, ob "interessante Rennen" nun ein alleiniges Argument sein sollte. Ich glaube sogar, dass wir (Fans) und auch die F1 selbst mit diesem Argument inzwischen "viel zu weit gegangen sind" und uns dadurch auch selbst viel kaputt machen.

Man könnte zb sagen, dass sich die neuzeitlichen Strecken alle irgendwie angeglichen haben - und das auch eine gewisse Eintönigkeit mit sich bringt.
zb die dank M. Schumacher und Tilke eingeführten "Bremskurven" am Ende einer Gerade (und an Stellen, wo es halt geht) kennen wir ja nun von ALLEN Strecken. Spannend bzw. besser hat das noch keine Strecke gemacht...
Klar, es hilft beim Überholen, aber nun sehen halt alle Überholmanöver gleich aus, und dank DRS sind sie meist gar "nicht mal schwer".

Da sind doch Strecken wie Budapest (oder Monza) eine willkommene Abwechslung. Gerade auch, weil man durchaus aufgrund von Fahrzeugeigenschaften hier auch mal besser bzw. schlechter abschneidet als auf den restlichen Strecken.

Das zeichnete einst die Formel 1 auch aus, dass es viele verschiedene Arten von Strecken gab. Auf denen Fahrer wie vor allem Fahrzeuge ihre individuellen Stärken dann ausspielen konnten.
Bei dem Einheitsbrei, den wir momentan erleben, ist sowas gar nicht mehr möglich...

Deshalb kann ich zb auch den Hype rund um Austin nicht verstehen. Eine nette Idee mit der ersten Kurve - aber sonst... im Grunde dasselbe wie anderenorts.
Gerade, Bremskurve, Gerade, Bremskurve. Und dazwischen unterschiedliche Arten von Kurven... die zumeist auch eher "zum Bremsen" einladen, als zum Beschleunigen (beim Rausfahren).

Auch hier hat sich doch die F1 mit ihrem Denken Stück für Stück selbst abgeschafft - und sie haben es noch nicht mal erkannt, dass auch hier ein Umdenken stattfinden muss.

Deshalb - "interessante Rennen" (/angeblich interessante Rennstrecken) haben uns auch in die derzeitige Krise gebracht :idea:
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(auf die aktuelle Formel1-Situation bezogen)
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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon schumi791 » 10.01.2017, 14:02

meanmc hat geschrieben:Na ja, wäre halt die Frage, ob "interessante Rennen" nun ein alleiniges Argument sein sollte. Ich glaube sogar, dass wir (Fans) und auch die F1 selbst mit diesem Argument inzwischen "viel zu weit gegangen sind" und uns dadurch auch selbst viel kaputt machen.

Interessanter Denkansatz, an dem durchaus was Wahres dran ist. Man sollte hier aber nicht vergessen, dass das Geschrei nach spannenderen Rennen in Form von mehr Überholmanövern, schon mindestens seit Ende der 90ziger begonnen hat. Die Kritik, dass in der Formel 1 zu wenig überholt werden würde, gab es schon um 1997 rum, zumindest so weit ich weiß.

Man könnte zb sagen, dass sich die neuzeitlichen Strecken alle irgendwie angeglichen haben - und das auch eine gewisse Eintönigkeit mit sich bringt.
zb die dank M. Schumacher und Tilke eingeführten "Bremskurven" am Ende einer Gerade (und an Stellen, wo es halt geht) kennen wir ja nun von ALLEN Strecken. Spannend bzw. besser hat das noch keine Strecke gemacht...
Klar, es hilft beim Überholen, aber nun sehen halt alle Überholmanöver gleich aus, und dank DRS sind sie meist gar "nicht mal schwer".

Nein das stimmt so nicht ganz. Tilkes Philosophie ist dann doch etwas anspruchsvoller, als du es hier darstellst. Tilke baut nicht einfach irgendwelche "Bremskurven" wie eine Haarnadelkurve oder Schikane. Sondern Tilke konzentriert sich darauf ein Streckenlayout zu kreieren, welches Rad-an-Rad-Zweikämpfe über mehrere Kurven hinweg forciert. Genau diese Charakteristik ist Tilke beim neuen Hockenheimring und bei der Erbauung Austins hervorragend gelungen wie ich finde. Weswegen ich überhaupt nicht verstehen kann, wieso jeder dem alten Hockenheimring hinterhertrauert. Gerade der alte Hockenheimring stand, wenn es um die Überholthematik ging, immer im Kreuzfeuer der Kritik. Womit wir wieder bei deinem einleitenden Absatz wären. Was M. Schumacher jetzt aber damit zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Bis auf die NGK-Schikane war M. Schumacher an keinem Umbau beteiligt und die Kurve die er zur NGK-Schikane umbauen ließ, war auch schon vorher eine "Bremskurve".

Da sind doch Strecken wie Budapest (oder Monza) eine willkommene Abwechslung. Gerade auch, weil man durchaus aufgrund von Fahrzeugeigenschaften hier auch mal besser bzw. schlechter abschneidet wie auf den restlichen Strecken.

Hier liegt aber eben der Hund begraben. Gerade Monza und Budapest hatten damals einen sehr schlechten Ruf, weil Überholen auf diesen Strecken als unmöglich galt und die Rennen dort entsprechend als langweilig bezeichnet wurden.
Das zeichnete einst die Formel 1 auch aus, dass es viele verschiedene Arten von Strecken gab. Auf denen Fahrer wie vor allem Fahrzeuge ihre individuellen Stärken dann ausspielen konnten.
Bei dem Einheitsbrei, den wir momentan erleben, ist sowas gar nicht mehr möglich...

Hier liegt aber nun ein weiteres Problem. Wo glaubst du bleibt der Gelegenheitszuschauer eher dran? Bei einem Rennen auf einer Strecke wie Austin, welche viele Rad-an-Rad Duelle ermöglicht und auch forciert, oder bei einem Rennen in Budapest, wo in der Hinsicht eher kaum was passiert, sofern es nicht gerade regnet? Gleiches gilt ja auch für die Zuschauer vor Ort. Um welche Plätze werden die sich reißen? Natürlich um die Zuschauerränge, wo man die Kurven im Blick hat, bei denen viele Überholmanöver stattfinden. In Hockenheim wäre das bspw. die Haarnadelkurve.

Deshalb kann ich zb auch den Hype rund um Austin nicht verstehen. Eine nette Idee mit der ersten Kurve - aber sonst... im Grunde dasselbe wie anderenorts.
Gerade, Bremskurve, Gerade, Bremskurve. Und dazwischen unterschiedliche Arten von Kurven... die zumeist auch eher "zum Bremsen" einladen, als zum Beschleunigen (beim Rausfahren).

Der Hype um Austin liegt genau in den Gründen, die ich gerade aufgezählt habe. Du hast eine lange Gerade mit einer scharfen Linkskurve, wo du zum Überholen ansetzen kannst und anschließend bist du in diesem schnellen Kurvengeschlängel. Besser kann man Rad-an-Rad Duelle die über mehrere Kurven hinweg gehen nicht forcieren. Genau das ist der Grund warum Austin so beliebt ist. Es bieten sich eine Vielzahl an Überholmöglichkeiten und für den verteidigenden Piloten gibt es ebenso ausreichend Möglichkeiten zu einem erfolgreichen Konter anzusetzen.
Auch hier hat sich doch die F1 mit ihrem Denken Stück für Stück selbst abgeschafft - und sie haben es noch nicht mal erkannt, dass auch hier ein Umdenken stattfinden muss.

Nun hier wäre die Frage wie das Umdenken denn genau aussehen soll? Versuche ich durch unterschiedliche Rennstrecken mehr Vielfalt in den Rennkalender zu packen, werden einige GPs bei den Fans wieder in Ungnade fallen, da diese Strecken nunmal im Schnitt langweiligere Rennen bieten. In Kombination mit den hohen Antrittsgebühren werden die Betreiber von Strecken wie z. B. Monza dadurch zwangsläufig in finanziellen Nöten geraten.

Deshalb - "interessante Rennen" (/angeblich interessante Rennstrecken) haben uns auch in die derzeitige Krise gebracht :idea:

Nein, Auslöser im Kern war die ständige Kritik, dass es in der Formel 1 zu wenig Überholmanöver gäbe, da der Volksmund scheinbar nachwievor denkt, das mehr Überholmanöver gleich mehr Spannung bedeutet.

Dabei hat ein kürzlich erschienener Artikel ja jüngst genau das Gegenteil bewiesen. Denn in der Saison 2004 fanden insgesamt und auch im Schnitt mehr Überholmanöver statt, als in den Saisons 2007 und 2008. Allerdings werden die letzten beiden Saisons einstimmig von jedem hier als die spannenderen Saisons bezeichnet und das ist im Bezug auf den WM-Kampf ja auch vollkommen korrekt.

Generell muss die Formel 1 bzw. müssen die Verantwortlichen von dem Trichter runter, dass dieser Sport zwingend immer spannend und aufregend sein muss. Beim Fußball beschwert sich ja auch Niemand, dass A) so wenig Tore fallen in der Regel und B) in manchen Spielen so ziemlich nichts passiert.
Michael Schumacher will always be the greatest!
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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon meanmc » 10.01.2017, 16:53

@ schumi791

Mir sind deine Zeilen bewusst, ich würde aber trotz allem bei den meinen bleiben, da ich - ich sag mal - irgendwie auf etwas anderes hinauswill.

Dein letzter Absatz "Generell muss die Formel 1..." - das seh ich auch ganz genauso, und das ist wahrlich eines der größten Probleme der derzeitigen F1. Sie sollte endlich mal erkennen, dass sie immer schon eine Randsportart war, und auf die eigenen "Tugenden" setzen muss - passt man zuviel an, wird man uninteressant! -> was eine natürliche Formel ist

Kurz zu deinen Zeilen...

Also ich erinner mich daran, dass es mindestens seit ca. Ende der 80er jene "Überholproblematik" gab.

Aus meiner Sicht, und da kommen dann auch Tilke und M. Schumacher ins Spiel, hat man dann aus den "Nachtank-Jahren" die falschen Schlüsse gezogen. Das führte ja erst zu den heutigen Strecken (-teilen).

Ich kann dir leider das Interview nicht raussuchen, aber Tilke erzählte doch mal die Story "wie er darauf gekommen ist, was seine Denkweise ist und was M. Schumacher damit zu tun hat".
Ob er da von jenem spricht, was du schreibst - weiss ich nicht mehr... kann mich nicht daran erinnern, dass er es erwähnte. Vielleicht DANACH mal...

Aber er erzählt eindeutig, wieso er diese Kurven nach den Geraden eingebaut hat, was der Sinn ist, und das M. Schumacher seinen Einfluss hatte.Tilke nannte explizit M. Schumacher...
(womit ich keine Schuldverteilung an den Deutschen begehe - lediglich sagen möchte, dass er da massgeblich mitverantwortlich war/ist)

Es ging beiden vor allem darum am Ende der Geraden überholen zu können. Dass, siehe zb Jacarepagua, sowas auch geht, wenn am Ende eine "schnelle Kurve" ist, haben "beide" leider anscheinend verdrängt.
Und genau deshalb haben wir diesen Einheitsbrei - man versucht ja nicht mal mehr etwas anderes...

Dass Tilke zb am Nürburgring ein Rad-an-Rad Duell "über mehrere Kurven" eingebaut hat - ja, durchaus. Besser hat es die Strecke aber nicht gemacht. Ich bin das mal auf meiner Sim gefahren, und würd es "nie" wieder tun...
Da bleib ich bei den alten Varianten!

Um zurück zu "Nachtank-Zeit" und den falschen Schlüssen zu kommen...

Man hat damals nicht bedacht - und deshalb nenn ich auch Schumacher -, dass Nachtanken auch bedeutet, dass jeder sein eigenes Rennen fährt. Ich kann meine Sim so einstellen, dass ich nachtanken kann. Fährt man da paar Rennen, kommt man schnell drauf, dass man nicht gegen andere sondern nur "gegen" sich fährt, und am Ende halt - nach dem letzten Stopp - zusammengerechnet wird. Und man dann in der Regel so ins Ziel fährt.

Sprich, überholen gar nicht notwenig bzw. möglich war... deshalb waren damals auch nicht die Strecken schuld, sondern das Nachtanken. :idea:
(weshalb ich es auch nicht zurück brauche - wobei DRS natürlich eine neue Variable ist, die man berücksichtigen muss)

Schumacher sollte das damals auch gewusst haben, und es wundert mich, dass er trotz allem für diese "Bremskurven" war. (wobei ich es ihm nicht vorwerfe - immerhin galt es Lösungen zu finden. Jene war aber - streckentechnisch - sicher Gift und "falsch")

:arrow: und deshalb ist auch dieses Verteidigen von Tilke totaler Murks. Klar haut er uns Argumente ums Ohr, aber der Grundgedanke ist doch stets am wichtigsten, und der wird doch weiterhin verfolgt.
Da spielt sein Sicherheitsargument oder "Platzgründe" eine völlig untergeordnete Rolle - sah man doch zuletzt wieder in Mexico.
Heisst, wollte er es anders, würd er es auch anders machen :!: Andere Lösungen suchen...

Was du bei den Strecken ansprichst...

Richtig - zb in Budapest und Monza, auch am Hockenheimring (alt) wusste man, was man bekommt. Und das hat nicht immer befriedigt, wenn sich die Führenden hintereinander aufreihen, in wenigen Sekunden, und nichts passiert!

Da könnte man - hast du ja selbst, somit argumentier ich nicht mal gegen deine Zeilen - auch einiges erwähnen:

- die Nachtank-Ära, wo sowas doch bei vielen Strecken war
- Budapest und Monza sind immer noch im Kalender, leider beide unnötig Tilke-like umgebaut :arrow: wo wir übrigens wieder beim Grundgedanken sind, weshalb jener auch über allem steht und alles andere nur Ausreden sind :wink:
(wobei ich die Lösung in Budapest an der ersten Kurve nicht als "schlimm" erachte, es nur nervt, dass es halt überall inzwischen so ist)

Und - auf was ich hinauswill...

Wenn die Strecke faszinierend ist - siehe zb Belgien -, Besonderheiten hat... ja wieso sollte man dann nicht auch deshalb einschalten.

Welches ist denn eine der beliebsten Strecken weltweit: Brands Hatch

Da kannste so gut wie nicht überholen, aber für Fahrer und Zuschauer ist die Strecke einfach unglaublich.

Um nicht wieder nen Roman zu schreiben...

Letztendlich hat die F1 auch - aus meiner Sicht - bei den Rennstrecken versagt. Wir haben noch Budapest, Monaco, Baku, Singapur, Belgien und Monza - Brasilien und Kanada und Australien könnte man auch noch dazu nehmen. Der Rest ist Einheitsbrei.

Einzig bei Spa freut man sich noch "auf eine Kurve", und auch jene wurde ja bereits zu Schumacher-Zeiten entschärft, sodass man sie problemlos voll fahren kann.

Es fehlt den meisten Strecken an Charakter :idea:
Sieht alles schön aus, ist aber am Ende leblos und unspannend...
Und gibt es tolle Strecken, werden ihnen wie Silverstone, Hockenheim oder Mexico City Charakter genommen.

Ich kann wohl blind in eine Saison in zb den 80ern gehen, und du findest eine Strecken-Vielfalt sowie Strecken mit Charakter, wie du sie selbst bei 5 Strecken mehr im Kalender 2016 nicht hast.

Schauste dir zb mal die Saison 1986 an... der reine Wahnsinn...

Beginnt mit...

Jacarepagua - eine schnelle Kurve mit unterschiedlichem Radius folgt der nächsten, plus langer Gerade
-> eine der schwierigsten und interessantesten Strecken überhaupt, die ich kenne

Jerez - überholunfreundlich, aber eine meiner absoluten Lieblingsstrecken, mit zwei Hammerkurven am Ende
-> aus meiner Sicht ein Genuss

Imola - was war das damals für eine geniale Rennstrecke...

Monaco - damals noch OHNE Fahrhilfen, die ja dann in den 90ern irgendwann eingebaut wurden

Spa - noch mit der alten Eau Rouge

Montreal - ist bekannt

Detroit - Stadtkurs

Paul Ricard - alleine die Mistralgerade plus Rechtskurve war schon hübsch
-> kann man streiten, und auch hier gab es diese "Bremskurve" nach der Start-Ziel - kann man ja auch MAL machen... MAL!!

Brands Hatch - Brands Hatch, mehr muss man nicht sagen

Hockenheim - alter Hockenheimring
-> wenigstens was besonderes

Budapest - okay, noch die ganz alte Variante, die aber ja schnell, glaub 1988, abgelöst wurde
-> sicherlich die schwächste Version von Budapest

Österreichring - das war ne Strecke.. wow!

Monza - Monza, in einer schöneren Form

Estoril - alleine die erste und letzte Kurve, der Rest auch einfach nur "schön und flüssig"

Mexico City - tja, wie es umgebaut aussieht, sieht man ja nun. Damals war es einfach ANDERS...

Adelaide - alle loben Melbourne, ich würd Adelaide immer bevorzugen. Spitzenstrecke...

:arrow: keine Strecke glich einer anderen. Das war Herausforderung und Abwechslung pur

Heute ists doch eigentlich völlig egal, ob du in Sotschi, Austin, Bahrain oder Abu Dhabi fährst (und die Liste läßt sich verlängern)
Kannst sogar noch Malaysia oder Silverstone nennen - beim einen ists halt der Regen, beim anderen die Zuschauer, die man als "besonders" dann noch nennen würde!

Hingegen damals war es ein großer Unterschied, ob du nun in Brands Hatch, am Österreichring, in Estroil oder in Imola fährst.
Und zudem hatte auch noch jede Strecke einen sehr besonderen Charakter...

Nun...
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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon RacingForEver » 10.01.2017, 21:13

meanmc hat geschrieben:
Na ja, wäre halt die Frage, ob "interessante Rennen" nun ein alleiniges Argument sein sollte. Ich glaube sogar, dass wir (Fans) und auch die F1 selbst mit diesem Argument inzwischen "viel zu weit gegangen sind" und uns dadurch auch selbst viel kaputt machen.

Das grenzt aber schon an "Vielfalt um der Vielfalt willen", was du hier schreibst. Natürlich können radikal andere Kurse einen Rennkalender bereichern, aber in diesem speziellen Fall hatte ich nur dann das Gefühl, wenn es eben geregnet hat. Neue, spannende Konzepte, um spannende, herausfordernde Strecken zu bauen? Gern! Aber die sollten dann schon das Zeug zu spannenden Rennen haben.
Spa erfüllt das ganz wunderbar, auch Suzuka. Malaysia übrigens auch. Aber Ungarn? Na ja.

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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon Ganymed » 11.01.2017, 13:32

Der Hungaroring war schon in den 90er unbeliebt und die eine Strecke in der Saison, auf die ich mich am wenigsten freute. Meist kann ich mich, abgesehen von 1998, nur an langweilige Hitzeschlachten erinnern. Ich weiß echt nicht, was man sich damals Mitte der 80er Jahre dabei gedacht hat, die Strecke so eng verschlungen in diese kleine Talsenke zu bauen. Kaum zu glauben, dass der Kurs seit 1986 ununterbrochen dabei ist. Eigentlich müsste er schon fast als Traditionskurs gelten, aber das tut er selbst nach 31 Jahren nicht, weil er zu einer Zeit in den Rennkalender kam, als neu gebaute Strecken eher unüblich waren. Selbst der Umbau 2002 hat nicht viel genutzt. Der Änderung der Streckenführung vor der vorletzten Kurve war unnötig wie ein Kropf und auch die Verlängerung der Startgeraden hat den Streckencharakter nicht besonders ins Positive verschoben.

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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon Ganymed » 11.01.2017, 14:16

Jacarepagua - Da muss ich Dir recht geben. Eine Hammerstrecke war das. Das einzig Negative im Vergleich zu Interlagos war, dass der Kurs von Rio keine Höhenunterschiede aufwies und ebenfalls sehr, sehr uneben war.

Jerez - Ich kenne den Kurs noch von 1994 und 1997, allerdings nur die umgebauten Versionen, ohne den engen Innenteil und den zwei schnellen Mutkurven am Ende. Den alten Kurs kenne ich von Sims her. Sehr schöne Strecke, rhythmisch zu fahren, macht einfach Spaß!

Imola - Eine wunderbare Strecke war das bis 1994... Tamburello, Villeneuve, dazu die schnelle Variante Bassa vor Start-Ziel. Sie war leider auch sehr holprig, was mit ein Grund war für viele Dreher und Unfälle. Einzig die ekelhaft zu fahrende Acque-Minerale-Schikane passte so überhaupt nicht ins ansonsten superflüssige Gesamtbild.

Monaco - Bis 1996 fand ich Monaco super, aber als dann die schnelle Schwimmbadschikane entschärft wurde, die Mauern dort entfernt wurden, begann für mich der langsame Abstieg der Strecke in meinem persönlichen Ranking. Dieser Streckenteil war für mich einer der schwierigsten und herausfordernsten der gesamten Saison.

Spa - Eau Rouge war bis Ende der 90er das Nonplusultra. Man musste lupfen oder Gas wegnehmen, wenn man die Kurve heil überstehen wollte. Durch die Asphaltierung der Auslaufzonen, und dass man mittlerweile Vollgas durch kann, ging jeglicher Reit verloren. Leider verschandelte man auch die Bus-Stop-Schikane völlig. Ich fand sie bis 2002 genial, vor allem den schnellen Ausgang zur Zielgeraden.

Montreal - Ich weiß oft nicht, was ich von Montreal halten soll. Fakt ist, für mich wurde 1996 ein gewichtiger Teil der Strecke zerstört: Der extrem schnelle Rechts-Links-Rechts-Abschnitt vor der Geraden zur Boxeneinfahrt. 1994 und 1995 gab es ja zur Anfahrt auf diesen teil eine unsägliche provisorische Schikane. Statt hier im Anschluss vielleicht etwas mehr Auslauf zu schaffen, riss man alles ab und verlängerte die Gerade einfach auf diesem Stück.

Detroit - Ganz mieser Stadtkurs in einer absolut unattraktiven City, viele 90-Grad-Kurven. Immer noch besser als Phoenix, aber halt so ein typischer US-Innenstadtkurs, der sein Layout hauptsächlich dem Schachbrettmuster einer typischen US-amerikanischen Großstadt verdankte.

Paul Ricard - Machte mir auf den Sims immer mehr Spaß als Magny Cours. Fand ich immer angenehmer zu fahren als der Kurs in der Nähe von Nevers, und dazu die tolle Mistralgerade mit der superschnellen Rechtskurve am Ende. Wie Magny Kurs auch schön eben. Die Franzosen wussten, wie man gut asphaltiert.

Brands Hatch - Der Klassiker schlechthin. Schöne, gebogene Zielgerade mit komplettem Blindflug auf die abschüssige Rechtskurve zu Beginn. Stellenweise sehr eng, besonders im Waldabschnitt und man muss höllisch aufpassen, hier nicht die Kontrolle zu verlieren. Der einzige Nachteil war, dass der Kurs mit knapp über einer Minute viel zu kurz war.

Hockenheim - Für mich in den 90ern eines der Highlights der Saison. Was habe ich mich immer darauf gefreut...! Der krasse Wechsel zwischen Motodrom und Waldgeraden war einmalig. Hier ging es nur um Power, Power, Power! So sollte die Formel-1 sein.

Österreichring - Der Umbau an sich war nicht so schlimm. Ich mag den Kurs auch heute noch. Leider trauert man immer ein wenig dem alten Design nach. Überhöhte High-Speed-Kurven vor einmaliger Kulisse - was will man mehr?

Monza - Monza wurde für mich an drei wichtigen Stellen zerstört. Die ersten zwei Bremsschikanen nach dem Start wurden entfernt und man fügte diese furchtbare Rechts-Links ein. Es erschloss sich mir nie, warum man das tat.
Aber noch schlimmer fand ich die Verlangsamung von Lesmo 1 und Lesmo 2. Besonders Lesmo 2 war so ein spezieller Fall, der einfach Freude machte. Wäre das Theater mit den Bäumen damals nicht gewesen, gäbe es die Kurven heute vielleicht noch in ihrer alten Form.

Estoril - Geniale, aber gefährlicher Beginn mit den beiden ultraschnellen Rechtskurven, Leitplanken direkt neben der Strecke. Der Rest auch schön zu fahren, vor allem die Parabolica am Ende, wo Villeneuve Schumacher 1996 außen überholte. Solche Kurven kann man sich heute vor Start-Ziel gar nicht mehr vorstellen. Nur der schlimme Abschnitt im letzten Streckendrittel, den man 1994 einfügte, hätte man sich sparen können. Typische Überreaktion aus den tragischen Unfällen 1994.

Mexiko City - Eigentlich alles falsch gemacht, durch den Umbau, was man falsch machen kann. Die Parabolica weg, nur ein kümmerlicher Rest nach dem Stadion erinnert noch daran.

Adelaide - Für mich deutlich besser als Melbourne. Ich fand Melbourne im direkten Vergleich nie so toll. Mir gefallen diese ganzen lang gezogenen Kurven überhaupt nicht, die ständig in einer Schikane, oder harten Rechtskurven enden. Besonders den Bereich zwischen Kurve 1 und 3 finde ich furchtbar. In Adelaide war alleine schon die erste schnelle Schikane gleich nach dem Start ein Genuss. Oder die schnelle Rechts-Links vor den beiden Geraden (Hutt Street).

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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon theCraptain » 16.01.2017, 15:33

Solange der Streckenverlauf so bleibt wie er ist können die sich alle anderen Umbauten sparen, diesen Kurs brauche ich nicht :thumbs_down:
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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon Onkel Gustav » 20.01.2017, 16:53

Tja- Monaco ohne Häuser. Ich glaube auch nicht das diese Maßnahmen das Rennen attraktiver machen. Obwohl die Umbaumaßnahmen sicherlich nicht unnötig sind.

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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon Illuminati » 21.01.2017, 21:13

Ungarn war persönlich immer einer meiner Lieblingskurse, auch wenn die Rennen jetzt nicht ungeheuer spannend sind. Es ist eine Strecke mit Charakter, welcher eben noch einen alten Charme versprüht und nicht wie ein 0815 Tilke Kurs daher kommt. Hoffentlich geht dieser Charme durch den Umbau nicht verloren, Silverstone hat ja zuletzt auch schon einiges eingebüßt. Von Hockenheim wollen wir mal gar nicht erst reden.
Wenn ihr auf meine Kommentare antwortet, zitiert mich bitte auch...lese es sonst mit hoher Wahrscheinlichkeit gar nicht erst.

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Re: Hungaroring: Drei-Phasen-Umbau beginnt im Herbst

Beitragvon Onkel Gustav » 23.01.2017, 09:07

@illuminati: Mal den Startbericht lesen. Es wird hier im Gegensatz zu Silverstone und Hockenheim nichts an der Strecke verändert. Neue Boxengebäude und Tribünen nehmen der Strecke keinen Charme.


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