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27.05.  14:00

 

 08.08.2011 | 13:35 Uhr

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Wie die KERS-Zukunft aussieht

Williams-Technikchef Sam Michael über die wichtige Vorreiterrolle der Formel 1 in Sachen Hybrid: Ab 2014 bis zu 33 Sekunden Extraschub pro Runde

Die Energierückgewinnung KERS hielt 2009 ihren Einzug in die Formel 1, doch wurde die Hybridtechnik längst nicht von allen beigeistert eingesetzt und entwickelt. BMW und Toyota wollten damals die Spitze in diesem Bereich übernehmen, aber beide Hersteller machten im Rahmen ihrer Bemühungen schlechte Erfahrungen. Die Japaner setzen KERS nicht einmal im Rennen ein.

Die KERS-Warnung ist seit diesem Jahr wieder allerorts deutlich sichtbar
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2010 einigten sich die Teams auf einen freiwilligen Verzicht der Hybridtechnik, um Kosten zu sparen und sich noch einmal ins "Stille Kämmerlein" zurückziehen zu können. Anfang dieses Jahres kehrte das System in die Formel 1 zurück. Technische Schwierigkeiten erlebt man derzeit nur selten. Ausnahme ist Red Bull, wo - typisch Adrian Newey - ein ganz eigener Weg eingeschlagen wurde.

Das System hat sich nun fest in der Formel 1 etabliert, soll in Zukunft noch größere Bedeutung bekommen. "Wir müssen das tun, was relevant ist. Relevant ist das, was die Öffentlichkeit sehen möchte", bringt Williams-Technikchef Sam Michael seine Sicht der Dinge auf den Punkt. Nach Ansicht des Australiers geht man mit dem geplanten Reglement 2014 den richtigen Schritt. Die KERS-Leistung soll dann deutlich erhöht werden.

"Die Formel 1 muss diese Vorreiterrolle einnehmen. Darin war sie schon immer gut. Man schaue sich nur die Entwicklung von Bremssystemen an. Oder das jüngste Beispiel: CFD. Aerodynamik spielt im Fahrzeugbau eine große Rolle, um Effizienz zu erlangen. Die Formel 1 hat CFD-Systeme enorm weitergebracht. Die Automobilhersteller hätten diese Entwicklungen nicht in dieser Form gemacht, nun profitieren aber alle davon", sagt Michael.

Ähnlich werde es sich mit Systemen zur Energierückgewinnung verhalten. "Das ist ein sehr weites Feld", erklärt der Williams-Techniker. "Es geht nicht nur um Battieren, sondern auch um Schwungradtechnik und andere Möglichkeiten, zum Beispiel auch die Hitze der Abgase zu nutzen." Man schlage mit solchen Entwicklungen gleich zwei wichtige Richtungen ein: Erfindergeist und Umweltbewusstsein.

Gerade beim Thema "Grün" und Formel 1 rümpfen viele Beobachter angesichts der aktuellen KERS die Nasen. Der enorme Verbrauch an Hochleistungsbattieren macht Sorgen, gilt als nicht gerade umweltfreundlich. "Ein bisschen Abfall ist immer dabei", winkt Michael ab. "Wenn wir es nicht ausprobieren, dann werden diese Systeme nie kleiner und leichter - jedenfalls längst nicht so schnell. Natürlich fallen dabei auch negative Dinge an, aber die sind zu vernachlässigen."

Wichtig sei das, was am Ende des Weges bleibt: Hochmodere Hybridsysteme, die leicht, effizient und kostengünstig sind. "Wir gehen 2014 genau den richtigen Weg. KERS setzten wir aktuell nur 6,6 Sekunden pro Runde ein. Dann werden es aber bis zu 33 Sekunden pro Umlauf sein, wir werden insgesamt vier Megajoule speichern und abrufen können. Das ist ein erheblicher Schritt."

Diese neue Generation KERS könne vor allem auch dabei helfen, der Formel 1 noch mehr Action zu verleihen. "Diese Systeme werden im Rennen als taktisches Mittel noch wichtiger", sagt Michael mit Blick auf das künftige Reglement, das derzeit noch in Details ausformuliert wird. Möglicherweise werde man dann sogar wieder auf die Überholhilfe DRS verzichten können.


 


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