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22.08.2011 | 11:47 Uhr
Historisches
Als Sebastian Vettel im Juli 2007 zu Toro Rosso stieß, um dort den bisherigen Stammfahrer Scott Speed zu ersetzen, hatte er zwar erst gerade seinen 20. Geburtstag gefeiert, war aber dennoch kein unbeschriebenes Blatt mehr in der Formel 1. Einen Monat zuvor feierte Vettel bei BMW Sauber in Indianapolis sein Debüt als Grand-Prix-Pilot und gewann bei seinem ersten Rennen auf Anhieb einen WM-Punkt.
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Dieser Erfolg kam für viele Experten nicht überraschend, schließlich war der Heppenheimer zu diesem Zeitpunkt bereits seit rund einem Jahr als Freitagstester für das bayerisch-schweizerische Werksteam unterwegs gewesen. "Als Sebastian zu uns kam, hatte er schon relativ viel Erfahrung", sagt Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost im Gespräch mit 'Spiegel Online'.
Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase im Junior-Team des Getränkeherstellers Red Bull ging es sowohl für Vettel als auch Toro Rosso steil bergauf. Es dauerte nur knapp über ein Jahr bis Fahrer und Team in Monza ihren ersten Grand Prix feierten. "Wir waren noch in der Selbstfindungsphase, auch wenn wir technisch damals gut aufgestellt waren, weil wir ja das Auto damals quasi fertig von Red Bull Technology aus England bekamen", erinnert sich Tost.
"Es ist aber immer so, dass ein Team mit dem Fahrer wächst. Es kann aber auch mit einem Fahrer untergehen. Denn der Fahrer ist ein ganz entscheidender Faktor in einem Team", meint der Tiroler. Dennoch war Vettels rasanter Aufstieg alles andere als selbstverständlich. Laut Tost ist es nämlich für jeden jungen Piloten grundsätzlich besser, als Stammfahrer bei einem Hinterbänklerteam eingesetzt zu werden - auch im Vergleich zu einem Testfahrerjob bei einem Topteam.
"Er war meiner Meinung nach zu früh als Testfahrer bei BMW", sagt Tost über Vettel. "Das habe ich ihm damals auch gesagt. Selbst als Freitagstester war es zu früh für mich. Denn als Youngster gibt es nur eins für dich: Fahren, fahren, fahren. Und zwar unter Wettbewerbsbedingungen. Weil du als Freitagstester nie objektive Ergebnisse bekommst. Entweder schicken sie dich mit leerem Tank hinaus oder mit ganz vollem."
Warum es Vettel trotz seiner Zeit als Test- und Ersatzfahrer bei BMW so schnell an die Spitze der Formel 1 geschafft, liegt für Tost indes auf der Hand: "Er hat sich mit seinem Gasfuß gerettet. Weil er halt so speziell ist. Aber normal ist das nicht."
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