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16.08.2011 | 15:18 Uhr
Business
Witali Petrows Aufwärtstrend in seiner zweiten Formel-1-Saison ließ das Interesse am Grand-Prix-Sport in Russland ansteigen. Keine unwesentliche Tatsache, denn 2014 soll in Petrows Heimat der erste Grand Prix über die Bühne gehen. Um der Bevölkerung die Königsklasse des Motorsports näher zu bringen, veranstaltete man erst vor kurzem parallel in Moskau und im Austragungsort Sotschi eine groß angelegte Formel-1-Roadshow. So will man verhindern, dass die Ränge wie beispielsweise in der Türkei leer bleiben.
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Eine Schlüsselfigur bei der Integration der Formel 1 in Russland ist Oksana Kossatschenko. Sie ist nicht nur die Managerin Petrows, sondern besitzt auch hervorragende Kontakte zu Ministerpräsident Wladimir Putin. Zudem ist sie im russischen Motorsport bestens vernetzt und kennt daher die Problemzonen.
Ihrer Meinung nach ist in Russland noch viel Aufbau-Arbeit notwendig, um die Formel-1-Premiere 2014 zum Erfolg zu machen. "Russland hat eine eigene Kultur", meint sie gegenüber 'GPUpdate.net'. "Das Problem liegt nicht nur bei der Konstruktion der Strecke, ich mache mir wirklich Sorgen um die Vorbereitung des Publikums. Wir haben keine Special-Interest-Medien in Russland, die sich vor allem auf den Motorsport konzentrieren."
Vor Jahren erschien in Russland noch die russische Ausgabe des britischen Magazins 'F1 Racing', doch aufgrund der hohen Kosten wurde es eingestellt. "Wenn man aber keine Medien hat, dann hat man kein Publikum", fürchtet Kossatschenko. "Und wenn man kein Publikum hat, warum sollte man dann Tribünen bauen, wenn diese dann leer sind? Wir müssen diese Dinge erledigen, wir müssen die Kurve kriegen - das geht aber nicht ohne Unterstützung der Regierung."
Die Petrow-Manager zeichnet nun einen Dreipunkte-Plan, um die Russen auf die Formel 1 einzuschwören: "Zuerst müssen wir die Medien vorbereiten, dann das Publikum und dann müssen wir die nächsten russischen Fahrer vorbereiten." Kossatschenko weiß, wie wichtig ein Lokalmatador für die Mobilisierung der Zuschauer ist - vor allem in einem Land ohne Formel-1-Geschichte.
"Was würden wir tun, wenn Witali in ein paar Jahren seine Karriere beendet?", fragt sie. "Sagen wir mal in sieben oder zehn Jahren - wir müssen jemanden vorbereiten, der ihn ersetzen kann." Keine leichte Aufgabe, denn "derzeit gibt es in Russland keine Motorsport-Infrastruktur, keine Formelserien und aus dem Go-Kart-Sport sind nicht viele hervorgegangen. Daher wäre das eine ernsthafte Investition, die wir in Betracht ziehen müssen, bevor wir den Formel-1-Grand-Prix in Russland pushen."
An der Strecke soll es jedenfalls nicht scheitern, prophezeit der Aachener Rennstrecken-Architekt Hermann Tilke gegenüber 'Motorsport-Total.com'. Er gibt einen ersten Einblick, wie der Kurs aussehen wird: "Sotschi wird quasi ein Stadtkurs im Olympiagelände. Dort fahren sie um die Stadien für die Winterspiele rum. Gleichzeitig liegt die Strecke direkt am Wasser, mit Palmen - das wird eine schöne Atmosphäre. Wird ganz toll, mit ganz schnellen Passagen drin."
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