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27.05.  14:00

 

 01.07.2011 | 17:14 Uhr

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Red Bull und McLaren diskutieren Geheimhaltung

Geheimhaltung spielt seit jeher eine entscheidende Rolle in der Formel 1 - Macht das durch hochauflösende Kameras überhaupt noch Sinn?

Die Details zu einem technischen Vorteil in der Formel 1 zu schützen, ist eine schwierige Aufgabe. Der Gegner lauert immer und überall. Durch die unzähligen Kameras, hochauflösende Digitalfotos und Spione in der Startaufstellung können die Teams ihre Gegner gut analysieren. Da macht es doch eigentlich Sinn, dem Zuschauer diese Erkenntnisse von vorn herein zur Verfügung zu stellen?

In der Startaufstellung versammeln sich die Red-Bull-Mechaniker um das Auto
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Paul Monaghan, Chefrenningenieur von Red Bull, findet die Idee grundsätzlich gut: "Es gibt vermutlich ein paar wirtschaftliche Schwierigkeiten, die wir überwinden müssen. Aber ich denke es wäre gut, wenn wir mehr öffentlich machen würden, auch wenn die Geheimhaltung Teil unseres Sports ist."

Dennoch weist Monaghan darauf hin, dass man sich "im Wettstreit miteinander befindet und Prototypen baut". Da die technischen Trümpfe aktuell bei Red Bull konzentriert sind, zeigt man sich von mehr Transparenz für den Zuschauer im Endeffekt doch nicht so begeistert.

"Wenn wir etwas an einem anderen Auto etwas sehen, das uns gefällt, sind wir nicht stolz, es zu kopieren. Umgekehrt ist es genauso. An unserem Auto gibt es sicher auch Dinge, die andere mögen. Ich denke, das ist etwas, was wir behalten sollten. Wir befinden uns schließlich in einer Konstrukteurs-Meisterschaft und fahren gegeneinander", so der Red-Bull-Ingenieur.

Das bisherige Format scheint bei Red Bull keinen Veränderungsbedarf hervorzurufen. Monaghan ergänzt: "Ich hoffe, dass die Formel 1 als Show unterhaltsam ist. Wettbewerbsfähigkeit und Geheimhaltung gehen Hand in Hand in unserem Sport."

Beim Gegner sieht man die Geheimhaltung erwartungsgemäß gelassen. Paddy Lowe, der technische Direktor von McLaren erinnert sich noch gut an die Zeiten, in denen die Autos mit Folien und Planen geschützt wurden und begrüßt das Verbot dieser Maßnahmen: "Es gibt Regeln, die uns davon abhalten, die Autos hinter Abdeckungen zu verstecken. Vor ein paar Jahren kamen wir an den Punkt, an dem die Teams ihre Autos komplett verschleiert haben."

"Bernie sagte uns, dass es damit aufhören muss. Es ist für alle gleich. Und die Gewinner sind die Fans. Wenn wir bei dieser Aufgeschlossenheit nicht zusammenarbeiten, wäre es eine große Schande", so Lowe, der die Geheimhaltung von Red Bull belächelt: "Auch wenn es sehr amüsant ist, was Pauls Jungs da hinter den Autos aufführen, weiß ich ganz exakt, was dahinter passiert, weil wir Fotografen haben."

Der McLaren-Ingenieur macht kein Geheimnis aus der Informationsbeschaffung vor Ort und gibt freudig zu: "Ich genieße es, Paul nach einem Rennen ein unerwartetes Foto von seinem Unterboden zu senden." Diese Einblicke hätten mit Sicherheit auch gerne die Formel-1-Fans.

"Die Formel-1-Fans sind ein sehr technisches Publikum, was fantastisch ist", bemerkt Lowe. "Das unterscheidet sie von, sagen wir, einem Fußball-Fan. Man versteht die Technik und will sie verstehen. Dass sollten wir aufrecht erhalten." Ob und wann die Zuschauer mehr technische Details sehen können, ist indes offen.


 

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