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19.08.2011 | 12:43 Uhr
Business
Nach dem Millionenskandal um die Finanzierung der neuen Erlebniswelt Nürburgring kehrt in der Eifel weiterhin keine Ruhe ein. Im Zuge des politischen Aufarbeitungs- und Aufräumprozesses ist Kai Richter am 15. August als Geschäftsführer der Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST) zurückgetreten - Medienberichten zufolge auf starken politischen Druck hin.
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"Ich bin emotional berührt", soll Innenminister Roger Lewentz (SPD) laut 'WirtschaftsWoche' zum Richter-Rücktritt gesagt und dabei gegrinst haben. Die CST wickelt den bargeldlosen Zahlungsverkehr am Nürburgring ab und gilt als eine der Schlüsselgesellschaften des Ring-Imperiums. In diesem spielt Richter als 50-Prozent-Eigentümer (die andere Hälfte gehört Jörg Lindner) der Betreibergesellschaft Nürburgring Automotive GmbH aber immer noch eine Schlüsselrolle.
Richter steht wegen des Verdachts der Untreue im Visier der Staatsanwaltschaft Koblenz, übrigens genau wie der frühere Nürburgring-Geschäftsführer Walter Kafitz. Angeblich wurden die Investitionen der CST in der Höhe von mehr als acht Millionen Euro komplett durch die Nürburgring GmbH getragen und nicht wie vereinbart zur Hälfte durch Richter. Die Nürburgring GmbH ist die Besitzgesellschaft der Rennstrecke und wird zu 90 Prozent vom Land Rheinland-Pfalz kontrolliert.
Unabhängig vom Politikum um Richter wollen die Verantwortlichen im September die Verhandlungen mit Bernie Ecclestone aufnehmen, was einen neuen Formel-1-Vertrag angeht. An und für sich war das Rennen Ende Juli das vorerst letzte auf dem Nürburgring, doch unter günstigeren finanziellen Rahmenbedingungen als bisher können sich Streckenbetreiber und Politik einen neuen Vertrag für mehrere Jahre vorstellen.
Erster Schritt ist aber, dass die Bilanz für den Grand Prix 2011 abgeschlossen wird. Die Nürburgring Automotive GmbH muss innerhalb von zwölf Wochen eine Endabrechnung vorlegen. Es wird mit Verlusten in zweistelliger Millionenhöhe gerechnet, von denen das Land offenbar bis zu 13,5 Millionen Euro abfedern würde. In Zukunft soll diese Subvention auf maximal fünf Millionen Euro pro Grand-Prix-Veranstaltung reduziert werden.
Ob das realistisch ist, steht freilich auf einem anderen Blatt Papier. Laut Branchenmonitor 'Formula Money' beträgt die Grand-Prix-Gebühr, die an Ecclestone zu entrichten ist, pro Veranstaltung knapp 20 Millionen Euro. Dies ist deutlich weniger als in vielen anderen Ländern, weshalb an dieser Front zumindest kein dramatisches Entgegenkommen erwartet werden darf. Zudem waren in den vergangenen Jahren auch die Zuschauerzahlen rückläufig.
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