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11.08.2011 | 16:17 Uhr
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Die Formel-1-Saison 2012 könnte die Rückkehr zu den extrem weichen Qualifikationsreifen, den sogenannten "Qualifiers" markieren. Reifenhersteller Pirelli hat jedenfalls großes Interesse daran, die Pneus, welche nur eine schnelle Runde im Qualifying vertragen, in die Königsklasse zurückzubringen.
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Die Saison 1991, welche für Pirelli die letzte vor dem vorübergehenden Ausstieg war, markierte gleichzeitig die letzte Saison, in der die "Qualifiers" zum Einsatz kamen. Ab der Saison 1992 hatte der US-amerikanische Reifenhersteller Goodyear über Jahre das Monopol in Sachen Formel-1-Reifen, weshalb der Automobilweltverband FIA dem Einsatz der extrem weichen Gummis aus Sicherheitsgründen einen Riegel vorschob.
Nun hat Pirelli den Teams vorgeschlagen, die speziell für eine schnelle Qualifying-Runde ausgelegten Reifen wieder einzuführen. "Wir haben den Teams den Vorschlag unterbreitet, in der kommenden Saison Qualifikationsreifen einzusetzen und sind gespannt auf das Feedback von ihnen", so Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery gegenüber 'Autosport'.
"Sollten die Teams einen Einsatz nicht begrüßen, dann werden wir die Reifen auch nicht bringen", setzt Hembery fort. Zwar liegen die Pole-Position-Zeiten schon jetzt regelmäßig unter jenen des Vorjahres, eine Rückkehr der "Qualifiers" dürfte die samstägliche Zeitenjagd allerdings noch einmal deutlich aufwerten.
Nach Aussage des Pirelli-Motorsportschefs wären von den Italienern Reifen zu erwarten, die "nur einen Schuss zulassen und keine Fehler erlauben". Hembery spricht von einem Zeitunterschied von bis zu zwei Sekunden pro Runde im Vergleich zu den superweichen (Renn-)Reifen der aktuellen Spezifikation. Allerdings gibt der Brite zu, dass es "für das kommende Jahr unter Umständen zu viel des Guten sein könnte, da dies für die Teams zusätzlichen Aufwand bedeuten würde".
Die mögliche Rückkehr der "Qualifiers" könnte mit einer kompletten Neugestaltung des Samstags einhergehen. "Es stellt sich die Frage, ob man das Qualifying zu einem zentralen Event machen möchte", so Hembery. FIA-Präsident Jean Todt hatte vor geraumer Zeit bereits angeregt, dass er sich beispielsweise die Vergabe von WM-Punkten auch für das Qualifying vorstellen könnte. Hembery würde die Idee jedenfalls begrüßen: "Mir ist klar, warum er das gesagt hat. Schließlich würde dies die Bedeutung des Qualifyings noch einmal deutlich anheben."
Was die "Qualifiers" betrifft, so ist davon auszugehen, dass die Piloten einer Rückkehr nicht abgeneigt wären. In Reihen der Teams könnten sich jedoch Widerstände regen. Der Einsatz der extrem weichen, nur eine Runde lang haltbaren Pneus würde weitreichende Setup-Arbeiten an den Boliden nach sich ziehen. Entsprechende Probefahrten müssten dann unter Umständen am Samstagvormittag über die Bühne gehen.
Doch auch für Pirelli würde die Maßnahme einen Mehraufwand bedeuten. Die Teams dürften sich für die Probefahrten im Vorfeld einen weiteren Satz "Qualifiers" wünschen, weshalb der Reifenhersteller künftig das Kontingent an Pneus pro Wochenende erhöhen müsste. Gegenwärtig stehen jedem Fahrer elf Sätze Trockenreifen an einem Grand-Prix-Wochenende zur Verfügung.
Eine weitere Nebenwirkung des möglichen Zukunftsszenarios wäre, dass die Fahrer, welche den Sprung in Q3 geschafft haben, das Rennen nicht mehr auf demselben Satz in Angriff nehmen würden, mit dem sie ihre Qualifying-Zeit gefahren haben. Hembery jedenfalls hegt keine Zweifel daran, dass Pirelli den Mehraufwand in Sachen Reifenproduktion stemmen könnte. Nun liegt es an den Teams zu entscheiden, ob sie eine Rückkehr der "Qualifiers" befürworten.
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