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19.08.2011 | 12:45 Uhr
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Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug ist der Meinung, dass die Kritik an Michael Schumacher in ihrer Härte nicht gerechtfertigt ist. Der Rekord-Weltmeister liegt im Qualifying-Duell mit 1:10 gegen seinen jüngeren Teamkollegen Nico Rosberg im Rückstand, in WM-Punkten ist der Unterschied etwas kleiner: Rosberg hält bei 48 Zählern, Schumacher bei 32.
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Auf Schumachers durchwachsene Saison angesprochen, analysiert Haug gegenüber 'Autosport': "Man könnte sagen, dass ihm im Qualifying etwas fehlt, aber seine Rennperformance in diesem Jahr - und das spricht nicht gegen Nico - war in den letzten fünf Rennen vergleichbar, manchmal ist Michael ein bisschen schneller."
Der Schwabe bricht eine weitere Lanze für den 42-Jährigen: "In der Überhol-Statistik liegt Michael an der Spitze, niemand hat so viel überholt wie er. Und das ist schon etwas." Haug ist aber durchaus bewusst, dass dies auch mit Schumachers schlechten Startpositionen zu tun hat: "Für Vettel wäre es schwierig, da er immer ganz vorne startet."
Doch gerade in punkto Überhol-Manöver musste Schumacher dieses Jahr viel Kritik über sich ergehen lassen: Mehrmals kollidierte er mit anderen Fahrern, der Mercedes-Pilot war in seiner Box Stammgast, um sich einen neuen Frontflügel abzuholen. "Man hat einige sehr kalkulierte Bremsmanöver von ihm in Kanada gesehen", streut er Schumacher Rosen. "Er ist entspannt, aber manchmal zu ambitioniert."
Genau das ist für Haug aber der Beweis, dass Schumacher sein Comeback noch lange nicht als Niederlage eingeordnet hat, sondern es nach wie vor wissen will: "Er ist ambitioniert, nicht zu ambitioniert, aber das Feuer brennt. Schaut in seine Augen und ihr werdet es sehen."
Dennoch wurden zuletzt wieder einmal Rücktrittsgerüchte um Schumacher laut. Haug erteilt diesen Zwischenrufen einmal eine Absage - man denke "überhaupt nicht" daran, einen Piloten auszutauschen: "Wir haben eine großartige Beziehung innerhalb des Teams, die Jungs besuchen unsere Fabrik, wir kennen einander und erzählen uns keinen Blödsinn."
Doch all das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Mercedes-Team auch im zweiten Jahr nicht den Erwartungen gerecht wird. Haug versucht auch nicht, dies zu beschönigen: "Wenn wir bei unserer Präsentation gesagt hätten, 'Warten wir mal ab - wir werden das Jahr auf Platz vier beenden', dann hättet ihr gesagt, 'Hört auf, tiefzustapeln - das kann nicht wahr sein.' Natürlich haben wir mehr erwartet, aber sollen wir jetzt deprimiert sein? Natürlich könnten wir das tun, aber uns ist klar, dass wir Märchen erzählt haben, also arbeiten wir jetzt härter."
Der Mercedes-Motorsport-Chef weiß, worauf es jetzt ankommt: "Wir benötigen jetzt eine disziplinierte Herangehensweise, wir müssen die richtigen Entscheidungen treffen, wir müssen das Auto verstehen. Ich mache also keine Ankündigungen oder sonstige Geräusche, aber wir arbeiten sehr hart. Das ist die Medizin, die uns noch härter arbeiten lässt."
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