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04.07.2011 | 08:43 Uhr
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Mit derzeit 77 Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Sebastian Vettel liegt Jenson Button nach acht von 19 Rennen ex aequo mit Mark Webber an zweiter Stelle der Fahrer-WM. Doch die Aussichten auf eine Trendwende sind düster, denn Vettel holte in sieben von acht Rennen mehr Punkte als Button. Einzige Ausnahme: das Drama in Montreal in der letzten Runde.
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"Es wird verdammt harte Arbeit, es sind 77 Punkte Rückstand", weiß der McLaren-Pilot. "Das sind drei Rennsiege, wenn Seb nicht ins Ziel kommt - und er hätte trotzdem immer noch zwei Punkte Vorsprung. Aber wir haben so etwas schon erlebt. Teams machen Fehler, wenn sie zu glauben beginnen, dass es ganz leicht ist. Es wird aber schwierig, denn sein Vorsprung ist so groß. Ich habe nicht einmal so viel Vorsprung auf Platz 14! Das zeigt, wie groß der Abstand ist."
Noch dazu scheinen Vettel und Red Bull keine Fehler zu machen - und selbst wenn sie mal patzen, wie etwa in der letzten Runde in Montreal, sammeln sie immer noch gute Punkte. "Im Moment glaube ich, dass Red Bull das ganze Jahr schnell sein wird", befürchtet Button. "Wir müssen unser Auto verbessern. Es geht nicht darum, dass sie sich nicht verbessern, sondern wir müssen uns schneller steigern. Das fällt im Moment aber sehr schwer."
Respekt hat er vor Vettels fahrerischen Leistungen: "Seb ist ein großartiger Fahrer, das hat er diese Saison bewiesen", sagt Button, wundert sich aber, "dass er um so viel schneller ist als Mark. Irgendetwas scheint für Mark nicht zu funktionieren. Er ist dieses Jahr nicht gleich schnell wie Sebastian, was mich überrascht, denn normalerweise ist er schnell. Er sagt, dass er Probleme mit den Reifen hat und damit nicht richtig zurechtkommt."
Beim Briten selbst steht nun allerdings die Vorfreude auf den Heim-Grand-Prix in Silverstone am kommenden Wochenende auf dem Programm. Als Fan war er 1995 zum ersten Mal bei der Formel 1, als es zwischen seinem Landsmann Damon Hill und Michael Schumacher gekracht und Johnny Herbert den Sieg abgestaubt hat. Button stand vor eigenem Publikum aber noch nie auf dem Podium - zwei vierte Plätze (2004 und 2010) waren seine besten Ergebnisse in elf Jahren.
Besonders eingeprägt haben sich die "schwarzen Jahre" 2007 und 2008 auf Honda, als "JB", wie er von seinen Fans genannt wird, auf dem 18. beziehungsweise 17. Startplatz stand. "Das waren harte Zeiten", erinnert er sich. "Darum habe ich angefangen, Triathlons zu bestreiten, um mich vom Rennsport abzulenken. So hatte ich ein Hobby, das ich genießen konnte." 2009 kam er dann mit sechs Siegen im Gepäck zum achten Saisonrennen, wo er dann allerdings nur Sechster wurde.
"Wenn du Sechster wirst und zurückschaust, denkst du dir: 'Damit wäre ich früher glücklich gewesen!' Trotzdem bin ich nicht zufrieden", stellt Button klar. "Es ändert sich nichts, selbst wenn ich an die schlechten Zeiten denke. Aber wenn ich ein Rennen gewinne, ja, dann denke ich zurück an die Zeiten, als ich im Qualifying 18. war. Das waren schwierige Zeiten, denn niemand genießt es, 17. zu werden. Du fährst nur gegen deinen Teamkollegen, aber das ist nicht mein Ziel."
Sondern: "Ich will gegen die Besten kämpfen", unterstreicht der 31-Jährige. "Damals wusste ich, dass ich keine Punkte holen kann, wenn nicht die Hälfte des Feldes ausscheidet. 2007 und 2008 waren zwei ganz miese Jahre, meine schlechtesten in diesem Sport - und dann hatte ich 2009 auf einmal ein Auto, mit dem ich Weltmeister werden konnte. Aber was ich 2008 durchgemacht habe, war der Horror. Ich dachte, ich würde nicht mehr Formel 1 fahren, aber es war nicht mal meine eigene Entscheidung."
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