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27.05.  14:00

 

 28.01.2012 | 17:03 Uhr

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Berger: "Lieber in Brands Hatch als Abu Dhabi..."

Mit der Rennsport-Romantik in der Formel 1 ist es laut Gerhard Berger vorbei - Einstieg für ambitionierte Teams nur mit viel Geld möglich

Die Entwicklung der Formel 1 gefällt sicher nicht jedem. Auch wenn die Formel 1 zukunftssicherer denn je ist, fehlt vielen Rennsportfans der Charme vergangener Epochen. Die Rennen auf Traditionskursen weichen Veranstaltungen in Ländern wie China oder Indien, in den Fahrerlagern tummeln sich immer weniger Experten, aber umso mehr VIPs und nach den Rennen hören die Fans zum Großteil nur noch diplomatische Äußerungen und keine emotionalen Meinungen.

Gerhard Berger weiß, dass Geld das zentrale Thema in der Formel 1 ist
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Im Fokus der Formel 1 steht das Geschäft. Durch den gesteigerten Geldeinsatz haben es Idealisten immer schwerer. Gerhard Berger gibt vor, einer von ihnen zu sein und bringt ein passendes Beispiel, warum die Formel 1 sich gewandelt hat: "Wir zwei würden auch lieber in Brands Hatch als in Abu Dhabi ein Rennen veranstalten. Aus Sicht derer, denen das Geschäft gehört, ist Abu Dhabi besser, selbst vor leeren Tribünen."

"Die zahlen die Rechnung, Brands Hatch zahlt sie nicht. Deshalb müssen wir unsere Motorsportbrille absetzen", erklärt er den Kollegen von 'auto motor und sport'. Der Grund ist einfach: "Die Formel 1 ist heute ein knallhartes Geschäft ohne Sentimentalitäten. Sie gehört CVC. Das ist ein Finanzunternehmen, und da geht es darum, dass sie sich ihre Investitionen zurückholen."

"Der Motorsport ist das Mittel zum Zweck. Dafür müssen Minimum 20 Autos fahren. Wem die gehören, ist denen im Prinzip egal. Solange die Show stimmt und die Fernsehanstalten die Show einkaufen, ist alles perfekt", erläutert Berger. "Und das managt Bernie Ecclestone besser als jeder andere. Bernie ist einer der weiß, was Motorsport ist. Aber das ist nicht seine Aufgabe."

Berger geht davon aus, dass es nie wieder Teams wie Jordan geben wird, die aus der Liebe zum Motorsport entstanden sind: "Das Problem in der Formel 1 ist der hohe Einstandspreis. Ein neues Team kann nur mit Erfolg einsteigen, wenn es mit Werksunterstützung fährt oder einen Geldgeber findet wie einen Red Bull oder einen reichen Scheich", analysiert der Österreicher und schlussfolgert: "Die Geschichte eines Eddie Jordan lässt sich nicht mehr wiederholen. Das ist die Wirklichkeit."

"Ich habe mir das selbst 100 Mal angeschaut, ob es Sinn macht, mit einem eigenen Team einzusteigen. Es geht nicht", bilanziert er. "Wir sind Idealisten und irgendwo auch Träumer, wenn wir verlangen, dass wie früher neue Teams aus dem Nichts entstehen."


 


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