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27.05.  14:00

 

 04.04.2007 | 10:50 Uhr

Interview

Bob Bell: Die Hoffnung auf Sepang

Bob Bell will in Sepang das enttäuschende Auftaktwochenende vergessen machen.

Bob, das Rennwochenende in Melbourne erwies sich für das Team als schwierig. Mit welchen Erwartungen reist ihr zum zweiten Saisonlauf nach Sepang?
Bob Bell: Das ganze Team will zeigen, dass uns seit Melbourne ein Schritt nach vorne gelungen ist. Zu diesem Zeitpunkt halten wir es für unrealistisch, darüber zu reden, Ferrari oder McLaren einzuholen. Doch wir wollen beweisen, dass wir Fortschritte erzielt haben und anfangen, die Lücke zu schließen.

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Die innerhalb der Saison üblichen Entwicklungsarbeiten befinden sich in vollem Gange. Wird sich das bereits in Malaysia auswirken?
BB Der größte Unterschied besteht darin, dass wir in Malaysia mehrere neue Flügel einsetzen, die uns in puncto Performance weiterhelfen. Trotzdem halte ich es für gut möglich, dass Änderungen am Kräfteverhältnis der Teams hauptsächlich darauf zurückzuführen sind, wie gut sie auf die Bekanntgabe der FIA zu den Chassis-Regeln in der vergangenen Woche reagiert haben. Die neuen Testmethoden für den Unterboden werden - da bin ich sicher - alle Rennställe vor gewisse Schwierigkeiten gestellt haben. Wie gut sie sich darauf einstellen, hat vermutlich größere Auswirkungen als die eigenen Weiterentwicklungen.

In den vergangenen Jahren hat das Team in Malaysia starke Performances gezeigt und bei den beiden zurückliegenden Ausgaben sogar gewonnen. Wie wird sich der Renault R27 hier schlagen?
BB Das Rennwochenende in Melbourne und unsere Testfahrten in Sepang in der vergangenen Woche zeigten, dass das Auto gut ausbalanciert ist - speziell auf gebrauchten Reifen. Das zählt eindeutig zu unseren Stärken. In Australien mussten wir allerdings auch feststellen, dass unsere Autos nicht ausreichend Grip aufbauen, was sich sicherlich in den schnellen Kurven auswirken wird. Wir hoffen, Fortschritte erzielt zu haben und näher an die Spitze herangerückt zu sein, aber die Wahrheit bekommen wir erst auf der Strecke zu sehen.

Bei den Testfahrten in Sepang lag das Team häufig in den unteren Bereichen der Zeitenlisten. Bereitet Ihnen das Sorgen?
BB Ich denke, das lässt sich vor allem durch unsere Herangehensweise an die neuen Testbeschränkungen erklären. Wir dürfen während der gesamten Saison nur mit einem Auto testen. Mit diesem Rennwagen müssen wir so viel Entwicklungsarbeit leisten, so dass wir uns die Fahrten sehr diszipliniert einteilen. Das heißt, wir spulen mit neu entwickelten Komponenten viele Kilometer ab und arbeiten gleichzeitig an der Zuverlässigkeit. Zu den daraus resultierenden Nebeneffekten zählt, dass wir wenige Möglichkeiten besitzen, uns auf schnelle Rundenzeiten zu konzentrieren. Zeiten von Testfahrten geben nie die wahre Konkurrenzfähigkeit preis, das gilt 2007 mehr denn je zuvor.

In Melbourne traten beim Team ungewöhnlich viele Probleme an der Haltbarkeit auf. Konnten Sie diese Herausforderungen lösen?
BB Wir haben Maßnahmen ergriffen, damit sich dies nicht wiederholt. Speziell in unserer aktuellen Situation, wo wir nicht zur absoluten Spitze gehören, können wir uns keine Schwierigkeiten mit der Zuverlässigkeit erlauben. Das Auto muss zu 100 Prozent standfest sein. Wir hoffen, das in Malaysia zu erreichen.

Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr befand sich das Team auf einem Hoch. 2007 sieht die Situation anders aus. Wie ist die Stimmung innerhalb des Teams?
BB Ich denke, alle sind frustriert mit unserer aktuellen Position, weil wir den Wettbewerb lieben. Wir wollen gewinnen und mögen es gar nicht zu verlieren. Die Verantwortung liegt bei uns, die eigene Leistungsfähigkeit zu verbessern. Das gibt uns große Motivation. Die Konzentration und Entschlossenheit hat in den vergangenen Wochen keineswegs abgenommen. Wir arbeiten ebenso zielstrebig wie zu Beginn der vergangenen Saison und sehr hart daran, unsere Situation zu verbessern.

Giancarlo Fisichella landete nach einem starken Rennen in Melbourne auf Position fünf. Welche Erwartungen setzt das Team beim Großen Preis von Malaysia in ihn?
BB Wir wollen mehr davon. Es ist wichtig für uns, einen Fahrer zu haben, der das Maximum aus dem Auto herausholt - egal, zu welcher Position der Monoposto im Stande ist. Er sollte alle möglichen Punkte mitnehmen, seinen Kopf nicht hängen lassen und bis ins Ziel kämpfen. Genau das hat Giancarlo - ebenso wie das gesamte Team - in Melbourne gezeigt. Er besitzt sicherlich die Begabung, in den kommenden Monaten als gutes Beispiel voranzugehen.

Heikki Kovalainen erlebte in Australien ein schwieriges Debüt. Wird sich seine Situation in Sepang verbessern?
BB Davon gehe ich aus. Heikki ist entschlossen, sich besser zu präsentieren als zuletzt. Er weiß, dass Giancarlo die Meßlatte sehr hoch legt, wenn es darum geht, das Maximum aus dem Auto herauszuholen. Heikki hatte die Chance, sich diese Woche intensiv vorzubereiten, und wir freuen uns darauf, wenn er beweist, zu was er imstande ist.

Zum Abschluss: Der Schlüssel zum Erfolg liegt auch dieses Jahr darin, das Auto im Laufe der Saison schnellstmöglich weiterzuentwickeln. Welches Programm verfolgt das Team diesbezüglich?
BB Wir haben uns ein sehr ehrgeiziges Entwicklungsprogramm vorgenommen. Wegen unserer aktuellen Situation geben wir noch mehr Gas, um neue Komponenten so schnell wie möglich einzusetzen. In den vergangenen Jahren mussten wir unsere Innovationskraft sehr vorsichtig betrachten, um die Führung in der Meisterschaft nicht zu riskieren. Dieses Jahr gibt es für uns nichts zu verlieren, das ermöglicht uns eine noch forschere Herangehensweise.


 

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